Wie sag ich’s meinem Kinde?

Von Ingrid Exo

„Wie kommen die Babys in den Bauch?“ ist eine Frage, die Eltern nach wie vor in Verlegenheit bringt. Auch gegenüber Pubertierenden tun sich in Sachen Aufklärung viele Erwachsene schwer. Da sind Bücher eine willkommene Hilfe und eine gute Grundlage für eine gemeinsame und jeweils altersgemäße Annäherung, ohne in den Konflikt zu geraten, vielleicht zu viel oder zu wenig anzusprechen. Kleine Kinder werden nicht überfordert und Teenies stöhnen nicht über mega peinliche Eltern, die Gurken als Anschauungsmaterial bemühen.

Pubertät? Auch das noch…

Das aber zumindest nicht: Keine Anleitungen zum Schminken, Enthaaren oder zum BH-Kauf. Dafür aber jede Menge Infokästen und Checklisten, die einem helfen, durch das Dickicht des Erwachsenwerdens zu finden, auch wenn man gar keine Lust darauf hat. Henriette ist gewiss kein Girly, sie versteht sich als angehende Wissenschaftlerin und geht den Dingen von daher gerne auf den Grund. Aber auch die Basics der Pubertätsprobleme von Pickeln bis Liebeskummer kommen in Henriettes „Liveberichten“ selbstverständlich zur Sprache. Es gibt viel Ermutigung, den eigenen Weg und Stil zu finden. Das ist zwar manchmal eine Spur zu pädagogisch, aber Henriette hat ihre Fans, es gibt ein Vorgänger- und zwei Fortsetzungsbücher.

Heike Abidi
Alles, was Mädchen wissen sollten, bevor sie 13 werden
Verlag: Pink
Alter: 12 bis 15 Jahre

Keine Panik!

Auch wenn sich nun vieles ändern wird – alle Veränderungen kommen langsam, man hat genug Zeit, sich daran zu gewöhnen. So lautet ganz unaufgeregt eine der wichtigsten Botschaften gleich zu Beginn des Bändchens, das auch Lesemuffel nicht abschrecken wird. Es ist eingeteilt in 24 sympathisch illustrierte Abschnitte mit größeren und kleineren Fragen. In klaren, unverdrucksten Worten geht es von der Ernährung über „…Da unten“ auch um die erste Rasur und um Gefühle. Wann es überhaupt losgeht. Und: „Auch Mädchen haben Sorgen“. Als echtes Aufklärungsbuch lässt es auch Fragen nach Homosexualität oder sexuell übertragbaren Krankheiten nicht unbeantwortet. Kurz: Viel unverzichtbares Wissen, ohne mit zu vielen Informationen zu überfordern. Ideal für die erste Auseinandersetzung mit dem eigenen Heranwachsen.

Alex Frith
Das Jungenfragebuch.
Was Jungs wissen wollen

Illustriert von Adam Larkum,
übersetzt von Wolfgang Hensel
Verlag: Ravensburger
Alter: 10 bis 12 Jahre

Jeder hat einen Po, sogar die Königin

Von hinten sind alle gleich. Aber vorne sehen Mädchen anders aus als Jungen. Unterschiede werden also nicht ausgespart, erst einmal geht es jedoch um vertraute Erfahrungswelten, um Freundschaft und ums Liebhaben. Körperliche Merkmale, Zeugung, das allmähliche Heranwachsen des Babys und die Geburt kommen zwar auch zur Sprache, größeres Gewicht wird jedoch auf die Gleichwertigkeit ganz unterschiedlicher Formen von Familie gelegt, unabhängig von Geschlechter-konstellation oder Hautfarbe. Was dieses Buch wirklich liebenswert und zu einem Bilderbuch macht, das sich schon die Kleinsten immer wieder gern ansehen, sind die Zeichnungen, die großen Raum einnehmen. Das Buch eignet sich gut als Begleiter für eine erste Auseinandersetzung
mit dem eigenen Geschlecht und körperlichem Umgang mit anderen.

Sanderijn Van der Doef
Vom Liebhaben und Kinderkriegen.
Mein erstes Aufklärungsbuch

Illustriert von Marian Latour,
übersetzt von Regina Zwerger
Verlag: Annette Betz im
Ueberreuter Verlag
Alter: 4 bis 7 Jahre

www.klarundeinfach.ch
www.loveline.de (BzgA)

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