
Weil Neugier Wissen schafft
Wie kann man Kinder früh für Wissenschaft und Technik begeistern? Man muss sie zum Staunen bringen und ihre Neugier anregen. Ihnen die Wunder der Natur näher bringen und ihnen einfach […]

Voller Energie schieben sich die duften Kraftpakete Ende Februar, Anfang März aus der Wintererde. Der Bärlauch erweckt Körper und Geist. Er ist bestens geeignet für eine wohltuende Frühjahrskur mit frischem Grün und passt als heilsame Gewürzpflanze zu allen Gerichten, die mit dem Knoblaucharoma harmonieren. Mit Salz, Essig, Öl oder Alkohol kann man ihn gut konservieren. Hier finden Sie zwei Anregungen.
Er liebt feuchte, schattige Wälder und Bachufer. Aus weißen Zwiebeln schieben sich hellgrün glänzende, schwertförmige Blätter durchs Laub oder sogar durch den Schnee. Die Unterseite der Blätter ist matt. Man trifft nie nur eine Pflanze an. Durch seine schwarzen Samen und Wurzelausläufer breitet er sich teppichartig aus. Ab Mitte März wachsen die Blüten: an einem dreikantigen Stängel sprießen viele, weiße Sterne in einer (Schein-)Dolde. In der Mitte der sechs Blütenblätter befinden sich drei Fruchtknoten.
Vielleicht kräftigt sich der Bär, wenn er aus dem Winterschlaf erwacht, naschend auf dem Bärlauchteppich. Wahrscheinlicher ist, dass die so potente Pflanze nach dem starken Krafttier benannt wurde. Es gibt viele Bärenpflanzen – sie stehen für Neuerung, Reinigung und Revitalisierung, sozusagen für Bärenkräfte.
Die Schärfe der Senfölglykoside weckt unsere Lebensgeister. Neben ätherischen Ölen finden sich reichlich Kalium, Magnesium, Mangan, Eisen und Vitamin C im Bärlauch. Wie auch sein Verwandter, der Knoblauch, wirkt er regulierend auf den Blutdruck und den Stoffwechsel. Das Allicin, das der Pflanze ihren knoblauchartigen Geruch verleiht, wirkt antibakteriell. Außerdem fördern die Ballaststoffe die Verdauung und unterstützen eine gesunde Darmflora.
Wenn er wächst, sollte man ihn reichlich essen – Blätter, Knospen, Blüten, Samen, Knollen, alles ist essbar. Zum Beispiel als Pesto, in Butter, Quark, Gemüsepfanne oder Suppe. Am wirkstoffreichsten ist er frisch zubereitet. Kurzes Kochen macht ihn aber für viele bekömmlicher und milder. Auch die Blüten kann man entweder direkt im Wald naschen, aufs Butterbrot streuen oder damit den Salat verzieren. Anders als beim Knoblauch aber, muss man sich beim Bärlauch keine Sorgen um eine „Fahne“ machen.

Etwa 200g Bärlauchblätter waschen und fein hacken. 25 g Pinienkerne in einer beschichteten Pfanne ohne Fett bei leichter Hitze rösten. Die Bärlauchblätter zusammen mit 4–5 Esslöffeln Olivenöl, den Pinienkernen und 50 g geriebenem Parmesan pürieren. (Den Parmesan kann man auch weglassen.) Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Etwas ziehen lassen und zu Nudelgerichten oder auf Brot genießen. Bleibt es stets mit Öl bedeckt, ist das Pesto im Kühlschrank einige Wochen haltbar. Einfrieren kann man es auch.
Etwa 100 g Bärlauchblätter waschen und ordentlich trocken tupfen. Danach grob zerschneiden und in eine Flasche geben. Wer mag, kann Pfefferkörner und weitere Gewürze zugeben. Mit etwa 500 ml Olivenöl übergießen und schwenken, alle Blätter müssen bedeckt sein. Etwa drei Wochen bei Zimmertemperatur an einem dunklen Ort stehen lassen, dann abseihen. Lecker zu Dips, an Salaten, auf getoastetem Brot oder an Pfannengerichten, Gemüse und Soßen.
Es gibt Verwechslungsgefahren: Maiglöckchen, Herbstzeitlose und Aronstab sind giftige Pflanzen, die ähnliche Standorte lieben und im jungen Stadium Ähnlichkeiten aufweisen. Das deutlichste Merkmal des Bärlauchs ist sein Knoblauchgeruch, den die giftigen Konkurrenten nicht haben. Nur: Hat man den einmal an den Fingern, riecht man ihn immer mit. Weiteres Merkmal: Die Blattunterseite vom Bärlauch ist matt, die der anderen glänzt. Und dann gibt es noch den Knacktest: Die Mittelrippe vom Bärlauch ist deutlich fühlbar und knackt, wenn man das Blatt bricht. Auch die Blattanordnung unterscheidet sich. Am besten die Bärlauchblätter immer einzeln pflücken und nicht büschelweise abreißen. So vermeidet man, dass unerwünschte Gewächse dazwischen sind. Zudem kann sich die Pflanze dann besser regenerieren.
Beim ersten Sammeln am besten kundige Mitsammler oder ein Buch zu Rate ziehen.
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