Gesundheit aus dem Glas Teil 11 – Kräuter in Öl ausziehen

Von Susan Künzel
Ätherische Öle aus Blumen und Kräutern

Viele Wild- und auch Küchenkräuter enthalten Wirkstoffe, die sehr gut für die Haut- und Haarpflege geeignet sind und zum Beispiel bei Sonnenbrand, Schürfwunden oder gereizter Haut helfen. Diese Wirkstoffe kann man mit einem Ölauszug konservieren und somit längerfristig nutzen.

Mit einem Ölauszug, auch Ölmazerat genannt, können die Wirkstoffe der Kräuter herausgezogen und konserviert werden. Dafür werden ausgewählte Kräuter in ein gutes Basisöl gegeben. Die in den Kräutern vorhandenen fettlöslichen Wirkstoffe gehen in das Öl über. Möglich sind ein Kaltauszug, der wirkkräftiger ist, aber etwas Geduld benötigt, oder ein schnell herstellbarer Warmauszug.

DIE AUSWAHL DES BASISÖLS

Das Öl an sich bringt bereits gute Eigenschaften mit sich und kann speziell für den Zweck und passend zu den Kräutern ausgewählt werden. Als Allrounder gilt Mandelöl, es ist für viele Hauttypen gut verträglich. Olivenöl wirkt bei trockener Haut ausgleichend. Ein Schuss Leinöl hilft bei Hautschädigungen und Sonnenbrand, verkürzt aber die Haltbarkeit und benötigt unbedingt eine kühle Aufbewahrung. Kakao- und Sheabutter fetten stark, ziehen langsam, dafür aber tief ein. Für trockene Haut sowie bei hoher Empfindlichkeit oder Kopfhautschuppen ist Hanfsamenöl gut geeignet. Auch Walnussöl hilft bei empfindlicher, irritierter Haut. Kokosöl wird oft als kühlend empfunden, zieht schnell, aber nur in die oberen Hautschichten ein. Für unreine und fettige Haut wird gerne Distelöl, Jojobaöl und Sonnenblumenöl genommen. Ein paar Tropfen Vitamin-E-Öl verlängern die Haltbarkeit.

VORBEREITUNG DER KRÄUTER

Frische Kräuter an einem trockenen, sonnigen Vormittag sammeln, auf keinen Fall waschen und unbedingt luftig und dunkel antrocknen lassen – zarte Blüten von Johanniskraut, Rosen oder Veilchen einige Stunden, alles übrige besser einige Tage. Beschleunigen lässt sich das im Ofen oder Dörrgerät bei maximal 40 Grad Celsius. Das Trocknen lässt enthaltenes Wasser verdunsten, womit die Schimmelgefahr reduziert wird. Trockene Kräuter mit den Fingern oder einem Keramikmesser zerkleinern.

MAN BRAUCHT:

Der Kaltauszug konserviert schonender als ein Warmauszug, es bleiben mehr Inhalts- und Wirkstoffe erhalten.

SO GEHT EIN KALTAUSZUG:
SO GEHT EIN WARMAUSZUG:

Geeignet, wenn man den Auszug schnell benötigt. Durch die Erwärmung gehen aber Inhaltsstoffe und ätherische Öle verloren.

EINIGE ANWENDUNGSBEISPIELE

Ringelblume: regeneriert die Hautbarriere, bei Schürfwunden, wundem Babypo, rauen Händen, rissigen Lippen, trockener Haut, Sonnenbrand, Ekzemen

Rosmarin: fördert die Durchblutung, auch gut für die Pflege der Kopfhaut

Gundermann: unterstützt die Regeneration und strafft das Gewebe

Schafgarbe: regt die Zellerneuerung an, auch bei Herpes und schlecht heilenden Wunden

Kamille: lindert Juckreiz, beruhigt Rötungen

Gänseblümchen: fördert Wundheilung und hilft bei blauen Flecken

Thymian: gegen fettige, unreine Haut, klärt verstopfte Poren, wirkt antibakteriell

Spitzwegerich: hilft bei der Heilung von Pickeln, kleinen Wunden und Insektenstichen

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