Gesundheit aus dem Glas Teil 10 – Ringelblumensalbe – ein Segen für die Haut

Von Susan Künzel
Ringelblumencreme und Ringelblume.


Die gelb und orange leuchtenden Blüten der Ringelblumen erfreuen das Gemüt, sind als Salbe eine Wohltat für trockene, gereizte, rissige Haut und können sogar helfen, Sonnenbrand zu heilen. Die Salbe kann man ganz einfach selbst herstellen.

Ringelblumen leuchten in vielen Gärten und Balkonkästen und sind auch bei Bienen und Schmetterlingen beliebt. Ihren Namen verdankt die Pflanze der gebogenen, geringelten Form ihrer Samen. Ihr botanischer Name Calendula officinalis offenbart Kalenderpünktlichkeit: Sie öffnet mit Sonnenaufgang ihre Blüten und schließt sie mit Sonnenuntergang. Der Namensteil officinalis verrät ihre Verwendung als Arzneipflanze – und das schon seit dem 12. Jahrhundert.

WAS DIE RINGELBLUME BEWIRKT

Mit ihren zahlreichen Inhaltsstoffen wie Flavonoiden, Triterpenalkoholen, Triterpensaponinen, Carotinoiden sowie ätherischem Öl kann sie Wunden heilen und Entzündungen hemmen. Bekannt ist ihre pflegende und schützende Wirkung auf die von Windeln gestresste Babyhaut. Doch nicht nur der Baby-Po, auch strapazierte Brustwarzen, raue Hände, rissige Lippen, Schürfwunden und Ekzeme erfahren Linderung. Die Salbe beruhigt nach einem Sonnenbrand, bei Insektenstichen und Neurodermitis. Sie kann Bakterien, Viren und Pilze hemmen und das Immunsystem unterstützen. Zumeist wird sie äußerlich genutzt. Die traditionelle Kräuterheilkunde empfiehlt die Pflanze als stärkeren Sud bei Problemen im Mund- und Rachenraum und als Tee bei Magen- und Darmproblemen, Leberschwäche, Regelschmerzen und Verstopfung.

SALBE SELBST HERSTELLEN

Für die Salbe werden die Blüten mit Öl und Bienenwachs gemischt. Ersteres spendet Feuchtigkeit und hält die Haut geschmeidig. Mit Bienenwachs erreicht man die cremige Konsistenz und sorgt für eine schützende Barriere auf der Haut.

MAN BRAUCHT:
SO GEHT’S:
  1. Blüten bevorzugt an einem sonnigen, trockenen Vormittag sammeln. Blütenblätter abzupfen und ein bis zwei Stunden antrocknen lassen. Den Blütenboden besser nicht nutzen, da er viel Feuchtigkeit enthält und ein Schimmeln begünstigen könnte.
  2. Heißauszug für Eilige: Öl ins Glas füllen und im Wasserbad bei maximal 60 °Celsius erhitzen. (Dafür das Glas in einen mit etwas Wasser gefüllten Topf setzen.) Blüten zum Öl geben und etwa eine Stunde bei kleiner Hitze ausziehen lassen. Abgedeckt über Nacht stehen lassen.
    Für einen Kaltauszug das Öl-Blüten-Gemisch drei Wochen an einen warmen, sonnigen Ort stellen und täglich sanft schütteln. Die Blüten müssen immer ganz und gar mit Öl bedeckt sein.
  3. Blüten abseihen und ausdrücken
  4. Gefiltertes Öl in ein sauberes Glas geben und im Wasserbad vorsichtig erwärmen, Bienenwachs zugeben und unter Rühren schmelzen. Für die bevorzugte Konsistenz gegebenenfalls die Menge an Wachs etwas variieren.
  5. Fertige Salbe in Salbengläschen abfüllen und abkühlen lassen, erst dann Deckel schließen. Im Kühlschrank lagern. Mehrere Monate haltbar (bis es ranzig riecht).

Übrigens: Die Ringelblume kann man auch essen – und mit den gelb-orangen Blüten zum Beispiel Salate und andere Speisen schmücken.

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