
Bienenwachstücher
Die Sonne scheint mir ins Gesicht, ich beiße vorsichtig ins Honigbrötchen, damit es nicht tropft. Ach, ist es schön im Garten! Eine Biene kommt vorbeigeflogen. Danke für deinen Honig, denke […]
Strom kommt aus der Steckdose, Wasser kommt aus der Wand und das Essen aus dem Kühlschrank. Na gut, aus dem Supermarkt. Mehr aber gibt die vielfach städtisch geprägte Lebenswirklichkeit der meisten Kinder und auch so mancher Erwachsener nicht her. „Doch unser Essen wird gezüchtet, gesät, geerntet, gefüttert, gemolken, gefangen, gelegt, gebacken, geschlachtet, sortiert und verpackt.“ Wie die Lebensmittel genau entstehen und was wir sozusagen als ihre Geschichte gleich mit zu uns nehmen, ist schon genaueres Hinsehen wert. Fand auch Julia Dürr und hat recherchiert.
Herausgekommen ist nach vielen Besuchen und Gesprächen auf Bauernhöfen und in Fabriken ein Sachbilderbuch, das in diesen Fragen im wahrsten Sinn des Wortes für mehr Durchblick sorgt. Denn egal, ob Brotfabrik, Fischfabrik oder Bauernhof – Julia Dürr, die sowohl Autorin wie Illustratorin des Buches ist, hat gewissermaßen jeden Betrieb mit gläsernen Wänden gestaltet. Schon fast wie auf einem Wimmelbild kann man den Blick über die großformatigen Seiten schweifen lassen und auf Erkundungstour gehen. Man erfährt die speziellen Namen von Abteilungen, Maschinen oder Vorgängen und bekommt einen Eindruck davon, wie viele Stationen für die jeweiligen Arbeitsprozesse nötig sind und wie sie räumlich aufgeteilt sind.
Sieben Lebensmittel werden in ihrem Herstellungsprozess vorgestellt. Auf einer ersten Doppelseite werden die Betriebsstätten gegenübergestellt (Bauernhof und Milchbetrieb, Bäckerei und Brotfabrik, Streuobstwiese und Apfelplantage, mit anderen Worten: die Produktion in einem kleinen, noch handwerklich ausgerichteten und die in einem industriell geprägten Großbetrieb.)
Auf den nächsten beiden Seiten folgen dann die Darstellungen der einzelnen Produktionsschritte – das Melken, wenn es um die Milch geht beispielsweise – denn auch die unterscheiden sich natürlich je nach Größe des Betriebes.
Dabei wird auch nicht beschönigt, dass etwa für jedes Stück Wurst oder Fleisch auf dem Teller Tiere sterben müssen und genau benannt, was im Einzelnen geschieht. Und das alles ist auch für Erwachsene durchaus lehrreich, insgesamt anschaulich und leicht zu erfassen.
Besonders spannend wird es eigentlich mit dem Aufruf zur Spurensuche auf der letzten Seite. Bis dahin hat man schon viel gelernt über den Werdegang von Tomaten, Brötchen, Fischstäbchen. Aber wie sieht es genau bei diesem einen Frühstücksei oder den gerade gekauften Äpfeln aus? Was verraten die Kennzeichnungen und Codes auf den Verpackungen? Lässt sich herausfinden, woher genau die einzelnen Produkte stammen und wie weit ihr Weg zu uns war? Und vielleicht gibt es in der Nähe ja auch einen Betrieb, wo man selbst mal ganz genau hinschauen darf. Am allermeisten lernt man natürlich übers Selbermachen – dem Anpflanzen von einem Gemüsebeet zum Beispiel! Und Tomaten gedeihen schließlich sogar auf einem Balkon.
Begleitend bietet der Verlag ein Heft mit acht Projektideen für die Unterrichtspraxis an: www.beltz.de/fachmedien/paedagogik/produkte/details/47493-lebensmitteln-auf-der-spur.html