Wärmekissen

Von APOTHEKERIN DR. ANNE-KATHRIN HABERMANN
Drei Kissen mit Kirschdekoration

Es ist ganz schön kalt geworden. Da wünsche ich mir doch den Sommer zurück! Man müsste die Wärme des Sommers irgendwie speichern können.

Letzten Sommer hatte ich beim Pflaumenessen so eine Idee. Die Pflaumen waren gelbe Eierpflaumen und hatten für Pflaumen eigentlich untypische, kleine, sich glatt anfühlende Kerne. Die wollte ich nicht einfach wegwerfen. Also was tun damit?

Ich beschloss, sie als Füllung für ein Wärmekissen zu benutzen. Man kann ja Wärmekissen mit verschiedenen Dingen füllen: Kirschkernen, Dinkelkörnern, Leinsamen… Warum nicht mit kleinen, glatten Pflaumenkernen? Die Pflaumen gehören zum Steinobst, deshalb haben sie eigentlich keine Kerne, sondern Steine. Wie Kirschen auch. Aber wir sprechen immer von Kernen, ich bleibe dabei. Denn Steine im Kissen klingen nicht gerade kuschelig. Die Füllung sollte nicht zu grob, sondern eher kleinteilig sein. Auch nicht zu prall gestopft, damit sich die Wärme durch Aufschütteln gut verteilen lässt. Die äußere Hülle besteht am besten aus robuster Baumwolle, schließlich wird das Kissen auf dem Ofen oder der Heizung erwärmt und sollte Hitze aushalten. Manche Kissen lassen sich auch in der Mikrowelle warm machen, aber da wäre ich vorsichtig. In der Mikrowelle wird es manchmal sehr heiß, und es kann auch was abbrennen.

Wenn ihr ein Wärmekissen selber machen wollt, braucht ihr
Baumwollstoff (z. B. ein ausrangiertes Wischtuch, Taschentücher, alten Einkaufsbeutel, Waschlappenhandschuh …)
Nadel, Faden
Kerne oder Körner
Sieb, Bürste
Topf mit Wasser zum Auskochen
Backofen

Pflaumenkerne ©Dr. Anne-Kathrin Habermann
Pflaumenkerne ©Dr. Anne-Kathrin Habermann

Wollt ihr mit Kernen arbeiten, müsst ihr zuerst Pflaumen oder Kirschen essen. Die ausgespuckten Kerne sammelt ihr in einem Sieb. Spült die Kerne unter fließendem Wasser gut ab. Verwendet eine Bürste, um das restliche Fruchtfleisch zu entfernen. Gebt die Kerne dann in einen Topf mit Wasser und kocht sie mindestens 10 Minuten aus. Nach dem Abgießen und Abkühlen rubbelt ihr mit Küchenpapier oder einem Wischtuch noch mal eventuelle Reste von Fruchtfleisch ab. Dann müssen die Kerne gut getrocknet werden. Ich habe sie dazu in dünner Schicht auf einem Backblech ausgebreitet, bei 80 °C eine Stunde getrocknet und dabei zweimal gewendet. Alternativ könnt ihr die Kerne auch in einer Schüssel auf der Heizung trocknen lassen. Das dauert aber länger. Es ist wichtig, dass die Kerne richtig trocken sind, damit später nichts schimmelt. Also habt bitte Geduld!

In der Zwischenzeit könnt ihr schon mit dem Nähen der Hülle beginnen. Ihr müsst nur eine Öffnung zum späteren Befüllen lassen. Ihr könnt das Kissen einfach viereckig gestalten. Oder ihr lasst eure Fantasie spielen, welche Form euer Kissen haben soll. Ihr könnt auch mit Filzstift ein Gesicht aufmalen, wenn ihr Lust dazu habt. Oder eine Botschaft darauf schreiben.

Sind die Kerne endlich trocken, füllt ihr sie ein und verschließt die Öffnung sauber mit Nadel und Faden. Fertig! Nun könnt ihr euer Kissen auf die Heizung legen oder die Restwärme vom Backofen nutzen. Denkt daran, dass nichts anbrennen darf. Fragt einen Erwachsenen, wenn ihr es nicht genau wisst. Das Kissen muss sich angenehm anfühlen, darf aber nicht zu heiß sein.
Es soll euch an den schönen Sommer erinnern…

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