Jim will nur spielen – das Bilderbuch zur Trotzphase

Von Ingrid Exo

Jim – Jim Panse – ist ein rechter Miesepeter. Ein echter Grantler. Mit Dingen, die doof sind, kennt er sich so richtig gut aus. Mit Humor aber wird bekanntlich alles erträglicher.
Und manchmal sind es ja diejenigen, die so richtig gekonnt meckern und mies drauf sind, die damit andere zum Lachen bringen (so wie vor langer Zeit der Schauspieler Hans Moser, nach dem das sprichwörtliche Mosern benannt ist).


Jim also ist Profi in Sturheit und schlechter Laune, was er in so einigen Bänden beweist. Ein Meister im Nein-Sagen. Er wacht morgens auf und ist mies gelaunt. Das passiert ihm sehr oft. Und er liebt seine schlechte Laune so sehr, dass er sogar Bananen ablehnt, die er eigentlich genauso sehr liebt (in „Jim sagt Nein“). Jim hat keinen Bock, ihm stinkt’s, Jim macht Bäh! Und ist er doch mal gut drauf, ist auch das gleich wieder ein Grund, genau deswegen entsetzt zu sein. Wenn Jim mies drauf ist, dann scheint die Sonne zu hell, der Himmel strahlt zu blau und die Bananen schmecken zu süß. Doch Jim ist sich sicher, schlechte Laune hat er nicht. Nö! Aber wenn man erstmal schlechte Laune hat, lässt sie sich auch nicht so leicht vertreiben, zumindest geht das nicht so gut allein.

WIDERSPRÜCHLICHER EIGENSINN

So manches von seinem Verhalten wird man vielleicht in dem Verhalten wiedererkennen, das Kinder an den Tag legen, die ihre Eigenständigkeit entdecken und dabei „trotzig“ mit widersprüchlichen Wünschen und schwierigen Gefühlen zu tun haben. Beim Vorlesen gemeinsam über die witzigen Szenen und Bilder und den grummeligen Schimpansen Jim lachen zu können, verwandelt dann den Alltagsfrust dieser Phase in verbindende Nähe.

Ganz neu in der Reihe von Jims Befindlichkeiten ist der Band Jim will nur spielen. Er will Spaß haben, auf lästige Dinge und schlechte Gefühle hat er keinen Bock. Also so was wie Ast aufräumen, Zähne putzen und Flöhe aus dem Fell zupfen. Laaangweilig! „Und nach dem Aufräumen ist es sowieso gleich wieder unordentlich.“ Lieber den ganzen Tag nur spielen. Und es gibt da allerhand Möglichkeiten, sich zu amüsieren: Mit den Vögeln singen, mit den Affen schaukeln, sich mit den Zebras hin- und herwälzen. Er könnte endlos so weitermachen. Aber die anderen Tiere nicht. Die haben plötzlich alle noch was anderes zu tun. Nest aufräumen oder Gefieder putzen. Jim sucht sich also neue Spielgefährten. Er spielt und spielt – und plötzlich hat er Hunger. Und die Flöhe jucken ihn. Und ob er will oder nicht, Pipi muss er auch mal. Und er muss einsehen: Immer nur zu spielen macht irgendwann vielleicht doch keinen Spaß mehr. Oder wie sein Freund und Nachbar, der Gorilla Nick, feststellt: „Zuviel von allem kann, na ja, einfach zu viel sein.“ Also erledigt Jim nun, was erledigt werden muss. Das macht zwar nicht direkt Spaß. Aber hinterher fühlt er sich trotzdem richtig gut. Und darauf kommt es am Ende doch eben an.

Buchcover Jim will nur spielen

Suzanne Lang
Max Lang (Illustrator)
Pia Jüngert (Übersetzerin)
Jim will nur spielen
Verlag: Loewe
Alter: ab 4 Jahre

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