Der Sommer ist Reisezeit. Auch wenn die Sommerferien schon vorbei sind, nutzen Familien die Wochenenden gern für Ausflüge an Badeseen, zum Wandern oder Verwandtenbesuche. Für viele bedeutet das längere Auto- oder Zugfahrten. Nicht für alle ist die Reise selbst schon Teil der Erholung, denn Reiseübelkeit kann einem Spaß und Vorfreude doch ziemlich vermiesen. Ingwer kann da Abhilfe schaffen. Er gilt in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) ebenso wie in der indischen (Ayurveda) als ein Heilmittel, das den Körper von innen wärmt. Daher wird er sowohl gegen Erkältungskrankheiten und Schmerzen als auch gegen Reisekrankheit eingesetzt.
SO WIRKT ER
Ingwer ist reich an ätherischen Ölen (mehr als 150 Komponenten) – insbesondere an Zingiberen, das dem Ingwer die typisch aromatische Geschmacksnote verleiht. Für die Schärfe sind Gingerol und Shogaol verantwortlich. Auch wenn es dazu noch keine abschließenden wissenschaftlichen Erkenntnisse gibt, vermutet man, dass es die Kombination aus verschiedenen Wirkstoffen des Ingwers ist, welche die Übelkeit lindert, denn sie wirken auf die Rezeptoren in der Magenschleimhaut ein, die den Brechreiz steuern. Es ist auch in der Diskussion, ob Ingwer sogar in der Lage ist, Magenrhythmusstörungen (die bei bestimmten Bewegungsformen auftreten können) zu minimieren.
SO FUNKTIONIERT ES
Seine medizinische Wirksamkeit entfaltet der Ingwer als Tee, als sogenanntes Ingwerwasser oder Ingwertrunk. Dazu schneidet man dünne Scheiben von der rohen Wurzel und kocht sie 10 Minuten in Wasser. Wahlweise kann man 1 Gramm Ingwerpulver mit heißem Wasser aufgießen. Die Einnahme sollte möglichst 30 Minuten vor Reiseantritt erfolgen. Für den Fall, dass der Ingwertrunk für kleinere Kinder zu scharf sein sollte, kann er mit milden Früchtetees (beispielsweise Hagebuttentee) gemischt werden. Wer den Aufwand scheut, kann auch versuchen, die Übelkeit mit Ingwerkapseln (aus der Apotheke) oder Ingwerbonbons zu lindern – die sollten idealerweise zuckerfrei sein.
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