Erste Hilfe bei drohendem Ersticken: Der Heimlich-Griff
Von Susan Künzel
Steckt ein Fremdkörper in der Luftröhre fest und kann nicht herausgehustet werden, ist die Not groß. Als lebensrettende Maßnahmen gelten Rückenschläge und der Heimlich-Griff. Diesen sollte man kennen, aber – ganz wichtig – nur an Übungspuppen ausprobieren.
WAS IST DER HEIMLICH-GRIFF?
Der Heimlich-Griff ist eine Erste-Hilfe-Technik und wurde 1974 vom US-amerikanischen Arzt Henry Jay Heimlich entwickelt. Ein plötzlicher Druck auf den Oberbauch provoziert einen kräftigen Luftstoß und soll helfen, Fremdkörper aus der Luftröhre herauszuhusten. Man spricht auch vom Heimlich-Manöver.
VOR DER ANWENDUNG DES HEIMLICH-GRIFFS
1. Hilfe rufen und den Notruf verständigen 2. Person zum Husten auffordern 3. Hilft Husten nicht, Person leicht nach vorn beugen und mit der flachen Hand fünf kräftige Rückenschläge zwischen die Schulterblätter geben 4. Helfen die Rückenschläge nicht, den Heimlich-Griff anwenden. Aber nur, wenn die Person bei Bewusstsein ist und nicht mehr atmen oder husten kann!
WIE DER HEIMLICH-GRIFF ANGEWENDET WIRD
Hinter das betroffene Kind oder auch einen betroffenen Erwachsenen stellen
Mit beiden Armen unter seinen Armen hindurch den Oberkörper fassen
Mit einer Hand eine Faust bilden und unterhalb des Rippenbogens auf dem Oberbauch platzieren, mit der anderen Hand das Handgelenk umfassen
Nun ruckartig fünfmal kräftig nach innen und oben ziehen
Gegebenenfalls im Wechsel mit Rückenschlägen fortfahren
Man kann diesen Griff auch bei sich selbst durchführen, indem man die eigenen Hände zwischen Rippenbogen und Bauchnabel platziert und kräftig nach innen und oben drückt. Nach der Anwendung muss immer eine ärztliche Untersuchung im Krankenhaus erfolgen, da durch diesen Griff innere Organe verletzt werden können.
WANN MAN DEN HEIMLICH-GRIFF NICHT DURCHFÜHRT
Nicht bei Bewusstlosigkeit ausführen! Nicht am gesunden Menschen üben! Nicht bei Kleinkindern unter einem Jahr anwenden!
Babys legt man im Notfall bäuchlings auf einen Unterarm, den Kopf tiefer als den Rumpf, und schlägt mit der anderen Hand fünfmal zwischen die Schulterblätter. Reicht das nicht, dreht man das Baby auf den Rücken und drückt mit zwei Fingern fünfmal auf den Brustkorb. Immer abwechselnd.
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