Nichts ist schöner als durch den Wald zu toben oder über Wiesen zu streifen! Doch man kann sich dabei leider auch Zecken einhandeln. In den meisten Fällen passiert bei einem Zeckenstich nichts Dramatisches. Aber es lohnt sich, ein Werkzeug zum Entfernen der Zecke dabei zu haben.
WAS SIND ZECKEN?
Zecken gehören zu den Spinnentieren. Es gibt viele Arten, am bekanntesten ist der Gemeine Holzbock. Von März bis November warten sie auf Grashalmen oder niedrigen Waldgewächsen, bis jemand sie beim Vorbeigehen abstreift. Eine Zecke ist geduldig, drei Mahlzeiten im Leben reichen ihr. Auf dem Körper wandert sie mitunter einige Stunden umher, bis sie eine gute Stelle zum Saugen gefunden hat. Sie saugen drei bis sieben Tage Blut, werden dabei von winzigen drei Millimetern bis zu zwölf Millimetern groß und fallen dann von allein ab.
WIE GEFÄHRLICH SIND ZECKEN?
Zecken können verschiedene Erreger übertragen. Die Infektionen verlaufen zumeist unauffällig. Am bekanntesten und gefährlichsten sind die Borreliose (Lyme-Krankheit) und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), wobei letztere in regionalen Risikogebieten auftritt. Allerdings überträgt nicht jede Zecke eine Krankheit, die Anzahl von Erkrankungen ist sogar sehr gering. Laut RKI erkranken bis zu 1,4 Prozent der Gestochenen an Borreliose. Für FSME gibt es keine genauen Zahlen. Da beide Infektionen in seltenen Fällen auch sehr schwere Verläufe nehmen können, ist Prävention der beste Schutz. Gegen FSME gibt es eine Impfung. Um sich vor Borreliose zu schützen, hilft nicht nur angemessene Kleidung, sondern im Akutfall die Entfernung der Zecke.
WIE SIEHT EIN ZECKENSTICH AUS?
Beim Zustechen geben Zecken eine leicht betäubende Substanz in die Haut ab, deswegen spürt man es nicht. Dann halten sie sich mit Widerhaken und einer Art Klebstoff fest. Fällt die Zecke von allein wieder ab oder wird sie entfernt, bleibt für wenige Tage eine kleine juckende Röte wie bei einem Mückenstich.
WIE ENTFERNT MAN ZECKEN RICHTIG?
Findet man eine Zecke, sollte man sie möglichst schnell entfernen, da sich Borrelien erst einige Stunden nach dem Stich übertragen. Geeignet sind Zeckenkarte, Zeckenzange, Zeckenhaken, Zeckenlasso oder eine Pinzette mit nach innen gebogenen Spitzen. Notfalls geht es auch mit den Fingernägeln. Wichtig ist, den Zeckenkörper keinesfalls zu quetschen, da man sonst weitere Erreger in die Haut pressen könnte.
SO GEHT’S:
Zecke direkt an der Einstichstelle und nah am Kopf greifen
Ohne Hektik langsam herausziehen, dabei etwas rütteln, es kann einige Sekunden dauern
Einstichstelle desinfizieren mit Alkohol oder Jodsalbe
Kein Öl, Nagellack oder Klebstoff aufträufeln, es würde die Zecke stressen und sie könnte potenziell infektiöses Sekret abgeben
Bleiben Teile vom Kopf zurück, ist das kein Grund zur Panik: Die stößt der Körper von alleine ab
Die entfernte Zecke am besten mit einem festen Gegenstand und ohne Hautkontakt zerquetschen, also beispielsweise in ein gefaltetes Blatt legen und eine Flasche darüber ziehen.
WANN MAN ZUM ARZT MUSS
Den Zeckenstich sollte man nach dem Entfernen einige Zeit beobachten. Etwas Röte und Jucken sind normal und sollten nach wenigen Tagen verschwinden. Breitet sich die Rötung allerdings aus, oder schwillt sie an und schmerzt (auch noch Tage oder auch Wochen nach dem Stich), sollte man zum Arzt gehen. Das Gleiche gilt – auch ohne diese Wanderröte – wenn (noch bis zu sechs Wochen nach dem Stich) Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen auftreten.
WIE MAN SICH SCHÜTZEN KANN
Nach Aufenthalten in Wald und Wiese den Körper immer nach Zecken absuchen – besonders warme, weiche Hautstellen wie Hals, Haaransatz, Bauch, Brust, Achselhöhlen, Leisten, Genitalien, Kniekehlen. Helle Kleidung wählen, damit man die Tiere sieht, lange Hosen, festes Schuhwerk und die Socken über die Hosenbeine ziehen. Auch kann es helfen, die Füße und Beine mit Kokosöl einzureiben, die enthaltene Laurinsäure mögen Zecken nicht.
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