
Meer im Marmeladenglas
Klarheit im Kopf und auf dem Schreibtisch Ich war im Urlaub an der Ostsee. Das war schön. Jetzt sitze ich an meinem Schreibtisch. Vor mir stapeln sich bergeweise Papiere: ungelesene […]
Crazy Family – der Name ist Programm und sozusagen die Lizenz zum Ablachen. Fängt schon mit den Namen der Kinder an, die durch ausgiebige Erläuterung entsprechende Würdigung erfahren. Schließlich, finden die Eltern Hackebart, ist jedes Kind einzigartig und hat deswegen auch einen einzigartigen Namen verdient. Schon klar zwar, dass Namen wie Brooklyn, Zosch, Mönkemeier oder Anakonda bei einer Standesbeamtin nicht auf Anhieb Gnade finden. Aber letztlich dürfen die Hackebart-Kinder doch so heißen, nur bei Anakonda haben sich die Eltern auf Lulu runterhandeln lassen.
Natürlich sind alle Familienmitglieder auch mit besonderen Fähigkeiten ausgestattet. Eine kleine Mannschaft von Superhelden des Alltags. Wahrscheinlich wünscht man sich als Kind so eine Familie. Irgendwie außergewöhnlich, aber doch nicht so sehr, dass man sich nicht auch vorstellen könnte, so zu sein. „Stino“ – stinknormal – ist es jedenfalls nicht, dass die Mutter die Brötchen als LKW-Fahrerin verdient und eigentlich meist auf Achse ist, gern nach Kroatien, woher sie stammt. Damit nicht genug, spielt sie auch noch Keyboard, und zwar so gut, dass sie unterwegs so ganz nebenbei auch gern Konzerte gibt. Vater Hackebart managt unterdessen die Familie, ist ja auch mal was anderes als in den meisten Familien, aber weil auch er ein bisschen schräg ist, sammelt er Klobürsten. Und Opa Kuno punktet mit politischem Wissen als ehemaliger Aktivist, ansonsten ist er im Heim und dort der komische Alte.
Die Hackebarts räumen ab! ist der erste Band von mittlerweile vieren mit der verrückten Familie. Und das stellt sich sicher jeder gern vor, mal so richtig abzuräumen. Mal so richtig zeigen zu können, was man drauf hat und damit auch noch richtig viel Geld zu machen. Und hier kann man dabei quasi live mitfiebern, so detailfreudig wird geschildert, wie die Familie zu Quizhelden wird und dabei natürlich ein Super-Team ist, das sich bravourös ergänzt.
Gut, man sollte vielleicht schon ein Fan von Wer wird Millionär sein und sich dafür begeistern, bei den Fragen mitzuraten. Sie werden einem jedenfalls ausgiebig präsentiert. Wer es spannender findet, Brawl Stars zu zocken, wird dank Zosch auch ein bisschen auf seine Kosten kommen. Und die Generation Jauch kann staunend noch ein bisschen Gaming und Jugend-Vokabular lernen (wäre das nicht im Handumdrehen schon wieder veraltet).
Jedenfalls: Die Hackebarts erlauben sich was. Und durchaus mehr, als üblicherweise erlaubt ist. Aber sie dürfen das, denn sie können ja was, jeder auf seinem Gebiet. Und weil die Talente sehr überraschend und vielfältig sind, ist das auch recht komisch. Am Ende ziehen sie alle (auch Opa Kuno) in eine Doppelhaushälfte, die sie vom Gewinn kaufen können. Und nebenan wohnen zwei alte Damen mit einem dunklen Geheimnis. Und das ist dann die nächste Geschichte – von bisher insgesamt vieren.
Sicher würde es auch Spaß machen, so ein Buch im Schulunterricht durchzunehmen. Zumindest im Förderbereich geht das auch, da gibt es differenzierte Arbeitsblätter zur Überprüfung des Textverständnisses (4. bis 9. Klasse) auf der Grundlage einer gekürzten Fassung (beides im Persen Verlag).
Markus Orths (Autor), Horst Klein (Illustrator)
Crazy Family – Die Hackebarts räumen ab! (Band 1)
Verlag: Loewe
Alter: ab 10 Jahre
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