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Tod durch Ertrinken – vor allem Kleinkinder sind gefährdet

Herrlich und scheinbar harmlos: Das Spielen und Planschen im Wasser, sei es in der heimischen Badewanne oder im Freien. Doch so harmlos ist der Spaß gar nicht. Ertrinken ist bei Kindern bis 15 Jahre nach Verkehrsunfällen die zweithäufigste unfallbedingte Todesursache. 

Für Kinder bis vier Jahre sind schon wenige Zentimeter Wassertiefe eine Gefahr, die sprichwörtliche Pfütze also. Das liegt daran, dass Kleinkinder im Vergleich zum Rest des Körpers einen schwereren Kopf haben als größere. Zudem ist ihre Nackenmuskulatur noch zu schwach, um den Kopf wieder zu heben. Sie fallen mit dem Gesicht vornüber ins Wasser. 

13 Prozent der Eltern geben im Kindersicherheitsreport „Sicherheit im und am Wasser“ an, sie würden ihre noch keine drei Jahre alten Kinder beim Baden auch mal einen Augenblick allein lassen, wenn es an der Tür klingelt. Doch schon das kann fatal werden. Manche handeln im trügerischen Glauben, sie würden bestimmt mitbekommen, wenn etwas passiert. Ertrinken ist jedoch ein leiser Tod und keineswegs von dramatischem Planschen und Rufen begleitet, wie man es aus Filmen kennt. Zur Rettung bleiben aber nur wenige Minuten – zum Ertrinken reichen hingegen zwanzig Sekunden.

 

In der Nähe von Wasser Kinder niemals unbeaufsichtigt lassen

Gerade an offenen Gewässern sollte man Kinder also nicht gänzlich aus den Augen lassen. Das gilt auch und gerade für größere Kinder. Ab dem Grundschulalter passieren die Ertrinkungsunfälle am häufigsten in Schwimmbädern, die über 10-Jährigen sind vor allem im Meer oder in Seen in Gefahr. Vor allem, wenn ein Kind überraschend ins vielleicht sogar kalte Wasser stürzt, bleibt ihm vor Schreck wortwörtlich die Luft weg. Kommt durch den Schreck auch noch ein Stimmritzenkrampf hinzu, kann das Kind keine Luft mehr holen. An Rufen und Schreien ist da also gar nicht zu denken.

 

Erste Hilfe

Ein gerettetes Kind muss zunächst vor allem warm gehalten werden, denn es könnte unterkühlt sein. Versuchen Sie nach einem Badeunfall nicht, das Wasser aus dem Kind herauszuschütteln. Dabei geht nur weitere wertvolle Zeit verloren. Auch wenn das Kind „nur ein bisschen Wasser geschluckt hat“ muss es zum Arzt, denn noch bis 48 Stunden nach einem Wasserunfall können lebensbedrohliche Atemprobleme auftreten. Bei einem bewusstlosen Kind sind Beatmung und Herzdruckmassage notwendig. Eltern sollten also am besten ihre Erste-Hilfe-Kenntnisse immer mal wieder auffrischen. Als Allererstes jedoch unbedingt über 112 den Notarzt rufen!

 

85 Prozent der Ertrinkungsunfälle wären vermeidbar 

Die beste Vorbeugung:
· Schwimmen lernen!
· Schon ab fünf Jahren ist ein Schwimmkurs sinnvoll
· Schwimmflügel sind nur Schwimmhilfen, sie bieten keine Sicherheit! 
· Im häuslichen Umfeld: gefährliche Wasserstellen wie Planschbecken
  und Regentonnen sichern

Alarmzeichen:
· Ein auffallend stilles Kind, das tief im Wasser liegt, dabei strampelnde
  Bewegung wie beim Wasser treten macht
· Glasiger Blick, beschleunigte Atmung

Nach der Rettung aus dem Wasser:
· Über 112 den Notarzt rufen
· Ein geborgenes Kind warm halten. In jedem Fall auch zum Arzt gehen.
· Bei einem bewusstlosen Kind die Atemwege freimachen, Mund-zu-Mund-
  (oder Mund-zu-Nase-) Beatmung, Herzdruckmassage – so lange,
  bis der Notarzt übernimmt
· Das Kind nicht umdrehen und schütteln, um das Wasser herauszubekommen

 

Infos

Die AXA-Versicherung erstellt in Zusammenarbeit mit der BAG (Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e.V.) seit 2013 Kindersicherheitsreports: www.axa.de/kinder-sicherheit. 2014 war die Sicherheit am und im Wasser Gegenstand der Studie. Die Ergebnisse stehen zum Download bereit.

  

von Ingrid Exo

u.a. mit folgenden Themen:

- Risiko Kinderspeck
- Lese-Rechtschreib-Schwäche
- Plötzlicher Kindstod

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