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Durchblicken mit den Durchblickern

Luzy ist 9, superneugierig und immer auf Achse. Sie hat herausgefunden, dass die Kartoffel von den Indianern stammt und wie die Regierung funktioniert. Paul ist 11. Er kann hören, wie das Korn wächst. Als echtes Landei ist er viel draußen und will später Bauer werden. Anna und Tarik sind schon 14. Anna liebt Sport und ernährt sich gern gesund. Tarik kennt sich mit Internet und Handy bestens aus. Die vier sind die Durchblicker und führen durch eine Websi- te des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Das ist keineswegs so trocken wie man be- fürchten könnte. Sogar das Design der Seite kann individuell angepasst werden. Cool oder bunt? Alles ist möglich. Mit „Einstein“, einem orangefarbenen Schieberegler, las- sen sich je nach Vorwissen mehr oder weni- ger Informationen auf den Bildschirm holen. Die Navigation ist übersichtlich. Die Rubriken widmen sich Essen und Trinken, Land, Wald und Meer, cleveren Verbrauchern und – kindgerecht – dem Ministerium. Dass fünf Portionen Obst und Gemüse in den Tag eingebaut werden sollten, ist zwar bekannt, wird aber selten praktiziert. Die Durchblicker bringen das mit einem Quiz und einem Labyrinth-Spiel in Erinnerung. Lebensmittel sind kostbar. Wo kauft man ein? Auf dem Wochenmarkt, beim Gemüse- händler oder im Supermarkt? Und wie kann man vermeiden, dass Essen weggeworfen wird? Schätzungsweise 11 Millionen Ton- nen Lebensmittel landen in Deutschland pro Jahr im Müll. „Das sind 275.000 Last- wagen, die aneinandergereiht eine Länge von 4.500 Kilometern hätten.“ Mit Verglei- chen wie diesen punktet das Internetportal. Ohne erhobenen Zeigefinger lernen Kinder und Jugendliche, sich im Alltag selbststän- dig und bewusst zu entscheiden.

Praktische Tipps gibt es auch. Zum Beispiel für Rezepte fast vergessener regionaler Köstlichkeiten. „Plumm un Tüffel“, Potthu- cke, Dinnete oder Brennnesselknödel mit Gemüse klingen zunächst lustig bis unge- nießbar. Doch sie ermuntern zum Auspro- bieren. Links, Online-Spiele, Videos und Anregun- gen für Experimente erhöhen den Nutzwert des Portals, ohne es überladen wirken zu lassen. Neben Ernährungsthemen werden Tipps zum Umgang mit Handy und Inter- net, aber auch zum Taschengeld behandelt. Unklare Begriffe können im Lexikon nach- geschlagen werden. Eine Stichwortsuche ermöglicht Zufalls-Aha-Effekte. Und wem das nicht reicht, der erfährt, wie man das Ministerium besuchen kann.

Dagmar Möbius

Themen im aktuellen Heft sind u.a.:

- Vorsicht vor Fremden im Netz!
- Physik-WM in Peking
- Neurofeedback

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