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Computer ja, aber sichern!

Der beste Schutz ist eine Begleitung der Eltern, ihre Anwesenheit, wenn das Kind vor dem Bildschirm sitzt und Fragen auftauchen.

Irgendwann ist es nicht mehr zu verhindern – die Kinder wollen ebenfalls an den elterlichen Computer. Dagegen ist auch gar nichts einzuwenden. Es gibt eine Fülle von Anwendungen, von denen die Kinder profitieren können: Lernprogramme, Kinderseiten, auch altersgerechte Spiele. Doch sollte der Computer gesichert werden, damit die Sprösslinge möglichst nicht mit den Gefahren des Internets in Berührung kommen oder stundenlang am Bildschirm spielen.

Wer einen neueren Computer sein eigen nennt, ist klar im Vorteil. Die Betriebssysteme Windows Vista und Windows 7 haben bereits gute Kindersicherungsprogramme an Bord. Hier kommt es darauf an, sie nach seinen Wünschen einzustellen. Dafür ist es als Erstes erforderlich, dem Kind ein eigenes  Benutzerkonto einzurichten. Dieses können Sie dann im Bereich „Jugendschutz“ so konfigurieren, dass das Kind am PC nur das tun kann, was Sie ihm erlauben wollen.

Zum Beispiel haben Sie die Möglichkeit, die Programme auszuwählen, die das Kind benutzen darf. Alle anderen Anwendungen wie bestimmte Spiele, die nur für Ältere geeignet sind, werden dann automatisch geblockt. Weiterhin ist es möglich, Zeitbereiche einzustellen. Das Kind kann dann den Computer nur während der festgelegten Zeit nutzen. Ist die verstrichen, schaltet sich das Gerät von selbst aus.

Auch für die Internet-Sicherheit kann man sorgen: Im Windows Live Messenger können Sie Websites auswählen, die Ihr Kind besuchen darf, oder Partner vorgeben, mit denen das Kind chatten oder Mails austauschen kann. Möchte Ihr Sohn oder Ihre Tochter mit jemandem Kontakt aufnehmen, der nicht aufgeführt ist, muss er Sie um Genehmigung bitten. So behalten Sie den Überblick über den Bekanntenkreis des Kindes und verhindern, dass sich jemand mit unlauteren Absichten in sein Vertrauen schleicht.

Interessant ist die Funktion „Aktivitätsberichterstattung“. Ist diese aktiviert, protokolliert der Computer, was Ihr Kind am Bildschirm so alles treibt: Welche Programme es benutzt, auf welchen Websites es unterwegs ist und wie viel Zeit es dabei verbringt. Diese Angaben verschaffen Ihnen Argumentationshilfen, wenn der Sprössling meint, seine Internetaktivitäten seien völlig im Rahmen und die Schule könne nicht darunter leiden.

Die gleichen Funktionen stehen übrigens auch Mac-Nutzern zur Verfügung. Unter Mac OS Leopard gibt es standardmässig das Programm  „Kindersicherung“. Zusätzliche Schutzsoftware für Kinder gibt es für den Mac nicht auf dem Markt. Dies ist aber bei der gebotenen Funktionsvielfalt auch gar nicht erforderlich. Das ältere Windows XP hingegen bietet einen solchen Komfort nicht. Hier ist man auf eine zusätzliche Filtersoftware angewiesen. Wollen Sie erreichen, dass Kinder nur auf altersgerechte Websites zugreifen, können Sie unter www.fragfinn.de ein entsprechendes Programm kostenlos herunterladen. Für mehr Sicherheit kann es auch hilfreich sein, wenn Sie Websites, die Sie als wertvoll erachten, als Favoriten beziehungsweise Lesezeichen für Ihr Kind einrichten. Mit einem Klick kann es dann zum Beispiel eine Kindersuchmaschine aufrufen, die bei der Eingabe eines Suchbegriffes nur Seiten mit kindgerechtem
Inhalt anzeigt. Davon gibt es etliche, zum Beispiel www.blinde-kuh.de, www.kindex.de oder www.kindercampus.de.

Bei allen Bemühungen, den Computer an die Bedürfnisse des Kindes anzupassen, sollte Ihnen aber bewusst sein: Selbst die ausgeklügeltste Konfiguration des Computers schafft keine hundertprozentige Sicherheit. Der beste Schutz ist eine Begleitung der Eltern, ihre Anwesenheit, wenn das Kind vor dem Bildschirm sitzt und Fragen auftauchen. Langfristig helfen nur sachliche Gespräche darüber, wie man verantwortungsvoll mit dem Internet umgeht. Denn irgendwann sind die Kinder so clever, dass sie technische Sperren umgehen können. Dann bleibt den Eltern nur noch, den Kindern zu vertrauen.

Jürgen Magister

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