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Lese- und Rechtschreibschwäche

Wenn Sprache und Schreiben nicht zusammenkommen

Anne ist in der ersten Klasse. Sie ist stolz und freut sich jeden Tag auf die Schule. Sie lernt endlich lesen und schreiben. Doch der Fehlerteufel schleicht sich immer wieder ein. Beim Schreiben verwechselt sie die Buchstaben, beim Lesen übersieht sie ganze Wörter. Trotz intensiven Übens zu Hause ist keine Besserung in Sicht. Auf Anraten der Lehrerin lassen die Eltern Anne auf Lese- und Rechtschreibschwäche testen. Der Test ergibt: Anne hat Legasthenie. Mit Legasthenie wird eine massive und lang andauernde Störung des Erwerbs der Schriftsprache bezeichnet.

Etwa vier Prozent aller Schulkinder leiden unter der Lese- und Rechtschreibschwäche. Legasthenie äußert sich vor allem darin, dass die betroffenen Kinder bei der Umsetzung der gesprochenen in geschriebene Sprache (oder umgekehrt) Probleme haben. Als Ursachen werden eine genetische Veranlagung, Schwierigkeiten bei der Verarbeitung von Hör- oder Sehwahrnehmungen, der Verarbeitung der Sprache und vor allem bei der phonologischen Bewusstheit („Hören, lauschen, lernen“) angenommen. Die Leseprobleme bei Kindern äußern sich durch eine niedrige Lesegeschwindigkeit, im Auslassen, Verdrehen oder Hinzufügen von Wörtern oder Wortteilen sowie durch Startschwierigkeiten beim Vorlesen, langes Zögern oder Verlieren der Textzeile. Ebenso können Probleme beim verstehenden Lesen auftreten wie die Unfähigkeit, Gelesenes wiederzugeben, daraus Schlüsse zu ziehen oder Zusammenhänge zu erkennen.
Diese Lese- und Rechtschreibfehler sind allerdings nicht nur typisch für Kinder mit Legasthenie. Alle Kinder, die das Lesen und Schreiben erlernen, machen anfänglich in verschieden starkem Ausmaß die gleichen Fehler. Bei den meisten nehmen die Probleme jedoch rasch ab und verschwinden schließlich weitgehend. Kinder mit Legasthenie dagegen machen die Fehler wesentlich häufiger und die Probleme bleiben
über lange Zeit stabil. Auffällig ist, dass die Fehler kaum eine Beständigkeit erkennen lassen: Weder ist es für Eltern möglich, wiederkehrende Fehlerprofile zu ermitteln, noch gibt es eine bestimmte Systematik bei Fehlern. Um einen Verdacht abzuklären, sollte der Klassenlehrer mit dem Kind einen entsprechenden Test machen.

Diagnose

Die anschließende Diagnostik einer Lese- Rechtschreib-Schwäche findet in der Regel beim Kinder- und Jugendpsychiater statt. Die gegenwärtig zur Verfügung stehenden Diagnoseverfahren beruhen auf schriftlichen und anderen sprachbasierten Tests. Hier werden ein normierter Lese- und Rechtschreibtest sowie ein Intelligenztest durchgeführt. Mithilfe des Lese- und Rechtschreibtests kann festgestellt werden, ob aufgrund der berichteten Probleme die Diagnose Legasthenie vergeben werden kann. Durch den Intelligenztest kann ausgeschlossen werden, dass eine mangelhafte Intelligenz die Ursache ist.

Zum Beispiel haben Sie die Möglichkeit, die Programme auszuwählen, die das Kind benutzen darf. Alle anderen Anwendungen wie bestimmte Spiele, die nur für Ältere geeignet sind, werden dann automatisch geblockt. Weiterhin ist es möglich, Zeitbereiche einzustellen. Das Kind kann dann den Computer nur während der festgelegten Zeit nutzen. Ist die verstrichen, schaltet sich das Gerät von selbst aus.
Auch für die Internet-Sicherheit kann man sorgen: Im Windows Live Messenger können Sie Websites auswählen, die Ihr Kind besuchen darf, oder Partner vorgeben, mit denen das Kind chatten oder Mails austau- schen kann. Möchte Ihr Sohn oder Ihre Tochter mit jemandem Kontakt aufnehmen, der nicht aufgeführt ist, muss er Sie um Genehmigung bitten. So behalten Sie den Überblick über den Bekanntenkreis des Kindes und verhindern, dass sich jemand mit unlauteren Absichten in sein Vertrauen schleicht. Interessant ist die Funktion „Aktivitätsbe- richterstattung“. Ist diese aktiviert, protokolliert der Computer, was Ihr Kind am Bildschirm so alles treibt: Welche Programme es benutzt, auf welchen Websites es unterwegs ist und wie viel Zeit es dabei verbringt. Diese Angaben verschaffen Ihnen Argumentationshilfen, wenn der Sprössling meint, seine Internetaktivitäten seien völlig im Rahmen und die Schule könne nicht darunter leiden.

Die gleichen Funktionen stehen übrigens auch Mac-Nutzern zur Verfügung. Unter Mac OS Leopard gibt es standardmäßig das Programm „Kindersicherung“. Zusätzliche Schutzsoftware für Kinder gibt es für den Mac nicht auf dem Markt. Dies ist aber bei der gebotenen Funktionsvielfalt auch gar nicht erforderlich. Das ältere Windows XP hingegen bietet einen solchen Komfort nicht. Hier ist man auf eine zusätzliche Fil- tersoftware angewiesen. Wollen Sie erreichen, dass Kinder nur auf altersgerechte Websites zugreifen können, können Sie unter fragfinn.de ein entsprechendes Programm kostenlos herunterladen. Für mehr Sicherheit kann es auch hilfreich sein, wenn Sie Websites, die Sie als wertvoll erachten,
als Favoriten beziehungsweise Lesezeichen für Ihr Kind einrichten. Mit einem Klick kann es dann zum Beispiel eine Kindersuchmaschine aufrufen, die bei der Eingabe eines Suchbegriffes nur Seiten mit kindgerechtem Inhalt anzeigt. Davon gibt es etliche, zum Beispiel blinde-kuh.de, kindex.de oder kindercampus.de. Bei allen Bemühungen, den Computer an die Bedürfnisse des Kindes anzupassen, sollte Ihnen aber bewusst sein: Selbst die ausgeklügeltste Konfiguration des Compu- ters schafft keine hundertprozentige Sicherheit. Der beste Schutz ist eine Begleitung der Eltern, ihre Anwesenheit, wenn das Kind vor dem Bildschirm sitzt und Fragen auftauchen. Langfristig helfen nur sachliche Gespräche darüber, wie man verantwortungsvoll mit dem Internet umgeht. Denn irgendwann sind die Kinder so clever, dass sie technische Sperren umgehen können. Dann bleibt den Eltern nur noch, den Kindern zu vertrauen.

Jürgen Magister

 

Leipziger Wissenschaftler entwickeln derzeit ein neues Diagnoseverfahren für die Lese-Rechtschreib-Schwäche. Dieses soll bereits im Vorschulalter eine Früherkennung ermöglichen. Besonders Erfolg versprechend ist dann ein Training im Kindergartenalter, weil wesentliche Grundlagen des Schrift- und Spracherwerbs bereits ab der Geburt erworben werden.

Prävention und Therapie

Idealerweise sollten mögliche Schwierigkeiten erkannt und angegangen werden, bevor die Probleme im Schriftspracherwerb überhaupt in Erscheinung treten. Demnach ist in den beiden ersten Grundschuljahren ein Eingreifen angezeigt. Dieses Eingreifen sollte vorrangig auf gezielten Maßnahmen zur Förderung der phonologischen Bewusstheit („Hören, lauschen, lernen“) basieren. Mit bestimmten Trainingsgeräten wird zudem die Blicksteuerung geübt. Es gibt zahlreiche effektive Verfahren, die je nach Alter des Kindes und dessen Symptomen zu Verbesserungen sowohl der Lese- wie der Rechtschreibleistung führen können. Meist wird aber trotz der Lerntherapie kein durchschnittliches Schriftsprachniveau erreicht, sodass die Probleme bei einem Teil der Kinder trotz intensiver, langjähriger Förderung fortbestehen. In diesen Fällen muss der betroffene Schüler in erster Linie vom schulischen Notendruck befreit werden. Zugleich sollte auch die damit oft einhergehende Schulangst behandelt werden.

Knut Köhler

Informationen oder Hilfe bei Legasthenie

www.bvl-legasthenie.de www.legasthenietherapie-info.de www.duden-institute.de
www.lrs-portal.net www.kindertherapiezentrum-dresden.de

Themen im aktuellen Heft sind u.a.:

- Wohin mit der Wut?
- Helfende Pfötchen
- Naturerlebnis Wildcamps

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