Sie sind hier:

Immer online, aber mit Verstand!

Auch die Jüngsten müssen wissen, welche Risiken das Smartphone als Spielzeug mit sich bringt, wenn sie es allein bedienen.

Chatten. Surfen. Spielen. Ja, auch Telefonieren. Mit dem Smartphone haben Kinder und Jugendliche heute den Computer in der Hosentasche. Das "Internet to go" ist eine riesige Herausforderung, für Heranwachsende und Eltern gleichermaßen. Denn Kostenfallen, Viren oder Cybermobbing lauern hier noch unkontrollierbarer als am heimischen PC. von Jana Olsen

 

Jeder will es. Jeder hat es. Das Smartphone. Rund 98 Prozent der 12- bis 19-Jährigen besitzen heute ein Handy, davon 92 Prozent ein Smartphone. So das Ergebnis der aktuellen JIM-Studie (Jugend, Information, Multimedia) des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest. Demnach nutzen Jugendliche das Handy am häufigsten zum Verschicken von Nachrichten, zum Musik-Hören und zum Surfen im Internet. Das Telefonieren steht laut der repräsentativen Umfrage erst an vierter Stelle. Kinder von 6 bis 10 Jahren nutzen das Smartphone dagegen eher als Spielgerät. Doch schon die Jüngsten müssen wissen, welche Risiken dieses "Spielzeug" mit sich bringt, wenn sie es allein bedienen.

Kostenfallen: Über ein begrenztes Prepaid-Guthaben können Eltern die Handykosten steuern. Rund drei Viertel der Jugendlichen haben jedoch mittlerweile eine Flatrate. Experten empfehlen, Kinder auch bei einer Flatrate an den Kosten für das Handy zu beteiligen, damit sie lernen, dass alles seinen Preis hat. Unvorhersehbare Kosten lauern heute vor allem bei Apps. Manche sind auf den ersten Blick gratis, kosten aber nach einer gewissen Zeit Gebühren. Manchmal lässt sich die Hauptfunktion erst nutzen, wenn man das kostenpflichtige Update kauft. Solche In-App-Käufe können Eltern auf dem Smartphone deaktivieren oder mit einem Passwort sperren. Damit schließt man auch aus, dass Kinder aus Versehen Apps kaufen oder durch das Anklicken von Werbung Kosten entstehen. Auch Verstöße gegen das Urheberrecht können teuer werden. Kinder sollten wissen, dass man Fotos, Videos oder Musik Dritter nicht einfach weiter verwenden darf und dass es auch Diebstahl von geistigem Eigentum gibt.

Sicherheitseinstellungen: Auch auf dem Handy kann man Nutzungszeiten einstellen oder automatische Updates abschalten. Wie das im Einzelnen funktioniert, hängt vom Betriebssystem des Handys ab. Bei Klicksafe, der EU-Initiative für mehr Sicherheit im Netz, findet man eine Anleitung, wie man die Einstellungen zum Kinder- und Jugendschutz aktiviert (www.klicksafe.de/apps). Doch trotz Kinderschutzsoftware: Kinder müssen wissen, dass im Internet nicht jeder der ist, der er vorgibt zu sein, dass Drohungen, Gewalt oder Nacktfotos nicht okay sind. Wie bei einem "Erwachsenen-Handy" sollte zudem Bluetooth nur dann eingeschaltet sein, wenn man es tatsächlich braucht. Auch bei öffentlichem WLAN ist Vorsicht geboten, da es Dritten ermöglicht, persönliche Daten abzufangen.

Datenschutz: Persönliche Daten können sich im Internet schnellerverbreiten als einem lieb ist. Fotos, die in einigen sozialen Netzwerken gepostet werden, können in einem völlig anderen Zusammenhang weiterverwendet werden. Das lässt sich verhindern, wenn man die Einstellungsmöglichkeiten der sozialen Netzwerke nutzt oder im Zweifel keine Fotos schickt. Kinder müssen lernen, sensibel mit ihren persönlichen Daten umzugehen, denn sie bieten eine Angriffsfläche für Cybermobbing. Zudem sollten Kinder darüber aufgeklärt werden, dass man nicht ungefragt Fotos oder Filme von Klassenkameraden oder anderen Personen im Internet oder bei WhatsApp veröffentlichen darf.

REGELN

Der beste technische Schutz bietet keine absolute Sicherheit. Kinder und Jugendliche müssen Verantwortung übernehmen, wenn sie ein Smartphone nutzen. Feste Regeln helfen dabei. Am besten erarbeitet man die gemeinsam. Eltern sollten auch mit ihrem Kind die Rechnung kontrollieren und sich als Vermittler anbieten, wenn Fragen auftauchen. Und ab und an kann man ja auch vereinbaren, das Handy einfach stumm zu schalten und mal wieder ein Familienspiel aus der Schublade zu holen.

BUCHTIPPS

Georg Milzner
Digitale Hysterie.
Warum Computer unsere Kinder weder dumm noch krank machen

Verlag: Beltz, 2016
ISBN: 340786406X

Manfred Spitzer
Digitale Demenz. Wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen
Verlag: Droemer, 2012
ISBN: 3426300567

LINKS

Infos rund ums Handy für Jugendliche:
www.handysektor.de

Kindgerechte Startseiten:
www.fragfinn.de
www.kinderserver-info.de
www.blinde-kuh.de

Seiten für Eltern:
www.klicksafe.de
www.surfen-ohne-risiko.net
www.internet-abc.de/eltern

Unterrichtsmaterial fürPädagogen:
www.handysektor.de/pädagogenecke

Werbefrei lesen und hören:
www.stiftunglesen.de/initiativen-und-aktionen/digitales
www.kakadu.de
www.ohrka.de

 

 

Themen im aktuellen Heft sind u.a.:

- Wohin mit der Wut?
- Helfende Pfötchen
- Naturerlebnis Wildcamps

Was meinen Sie?