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Unsere Hündin ist sehr krank und muss eingeschläfert werden. Wie bereiten wir unseren Sohn (10 Jahre) auf den Abschied vor und soll er uns zum Tierarzt begleiten?

Der Tod des geliebten Haustieres ist für alle Familienmitglieder schwer. Wenn Ihr Sohn mit der Hündin aufgewachsen ist, hat er bestimmt eine tiefe Bindung und Freundschaft zu ihr entwickelt. Dass sie einfach nicht mehr da sein wird, ist für das Kind schwer zu verstehen. Sprechen Sie mit ihm offen und ehrlich über das Thema "Tod und Sterben", beantworten Sie kindgerecht alle Fragen Ihres Sohnes und nehmen Sie seine Sorgen und Ängste ernst.

Ist die Hündin unheilbar krank und hat Schmerzen, kann sie vom Tierarzt von ihrem Leiden erlöst und eingeschläfert werden. Wenn Ihr Sohn bei der Einschläferung dabei sein möchte, sollten Sie diesen Wunsch respektieren und abwägen, ob Sie ihm und sich diesen Schritt emotional zumuten können. Entscheiden Sie sich dafür, sollten Sie ihn behutsam auf den Abschied vorbereiten und für ihn da sein. Es ist allerdings auch verständlich, wenn Sie Ihre Hündin lieber alleine auf dem letzten Weg begleiten möchten .Dann kann sich Ihr Sohn in Ruhe zu Hause von seiner tierischen Spielgefährtin verabschieden.

Tipp: Vom Verschweigen des Todes und heimlichen Ersetzen des Tieres ist grundsätzlich abzuraten.

Annika Schäfer


Seit es Sommer geworden ist, liegt unsere Katze ständig im Waschbecken. Hat sie ein Problem?

Falls Ihre Katze außer ihrem kuriosen Verhalten einen gesunden Eindruck macht, sucht sie in der Keramik vermutlich nur Abkühlung. Es mag zwar überraschen, aber tatsächlich können die sommerlichen Temperaturen selbst den heißesten Fegern mal zu hoch werden. Die Vorfahren unserer Hauskatzen  stammten aus wärmeren Regionen und auch unsere Stubentiger lieben die Sonne. Katzen sind von Natur aus recht gut an höhere Temperaturen angepasst. Ist es der Katze aber zu viel des Guten, zieht sie sich an schattige oder kühle Orte wie geflieste Fußböden, Badewannen oder eben Waschbecken zurück. Da sie vor allem an den Pfotenballen nur wenige Schweißdrüsen hat, leckt sie sich häufiger oder verschafft sich durch Hecheln Abkühlung. Wenn Ihre Katze aber sehr apathisch ist, heftig hechelt, zittert und dunkelrote Schleimhäute hat, könnte sie unter einem Hitzschlag leiden und Sie sollten mit ihr einen Tierarzt  aufsuchen, am besten in ein feuchtes Handtuch eingewickelt. Versuchen Sie Ihre Katze davon zu überzeugen, bei hohen Temperaturen mehr zu trinken! Durch häufiges Lecken und Hecheln verliert sie vermehrt Flüssigkeit und nicht jede Katze nimmt automatisch mehr Wasser zu sich.

Tipp: Manche Katzen fordern unsere Kreativität heraus: Probieren Sie es mit Trinkgefäßen aller Art an verschiedensten Plätzen. Locken Sie mit ungesalzener Hühnerbrühe, Thunfischaufguss oder Eiswürfeln.


Einsatz von Tieren in der tiergestützten Therapie

Raus aus der Suchtfalle oder gar nicht erst reinkommen - dabei hilft die Arbeit mit Tieren.

 

Es gibt spezielle Projekte, die sich an Kinder aus suchtbelasteten Familien wenden, um eine Suchtkarriere zu verhindern. Aber auch auf dem Weg aus der Abhängigkeit kann eine tiergestützte Therapie sehr hilfreich sein. Der regelmäßige Kontakt zu Tieren hilft Betroffenen, positive Beziehungen zu ihnen aufzubauen.

Die Kinder und Jugendlichen erlernen den sensiblen Umgang mit den Tieren, überwinden Ängste, entwickeln Mut und Selbstvertrauen und lernen, Verantwortung zu übernehmen. Unter den größeren Tieren hat sich neben dem Pferd in letzten Jahren das Alpaka einen Platz unter den "tierischen Pädagogen" erobert. Die meisten Menschen finden Alpakas und Lamas interessant und sympathisch. Die aus Südamerika stammenden Tiere sind unaufdringlich und strahlen Ruhe aus. Das wiederum motiviert viele Menschen zur Kontaktaufnahme. Alpakas werden auch in der Therapie von Abhängigkeiten eingesetzt. Je nach individueller Vorgeschichte wird ein Therapieplan erarbeitet. Wichtig ist neben dem Aufbau einer Beziehung zum tierischen Therapeuten auch das Vertrauensverhältnis zwischen dem Therapeuten und dem Patienten sowie eine korrekte Ausbildung des Tieres für seinen Einsatz in der tiergestützten Therapie und die Achtung der zugehörigen Rechtsvorschriften. Die Kosten für die Therapie werden von den Krankenkassen nicht übernommen. Es ist aber bei einzelnen Kassen möglich, einen Zuschuss zu beantragen. Unterstützung bieten auch verschiedene Stiftungen oder Einrichtungen wie die Bundesvereinigung Lebenshilfe an.


Seit es wärmer geworden ist, finden wir fast täglich Zecken auf unserem Hund. Inwieweit ist das bedenklich? Was müssen wir beachten? 

Steigen die Außentemperaturen auf mehr als sieben Grad, verlassen Zecken ihre Winterquartiere und begeben sich auf die Suche nach einer Blutmahlzeit. Sie sitzen meist auf Gebüsch und Gräsern und werden vom potenziellen Wirt dort abgestreift.

Zecken setzen sich bevorzugt an dünnhäutigen Körperstellen fest. Beißt sich der Parasit fest, gibt er zunächst seinen Speichel in die Wunde ab, ehe er dort Blut saugt. So kann es zur Übertragung von Krankheitserregern kommen, die das Tier bei einem anderen Wirt aufgenommen hat. Bedeutsam sind dabei in erster Linie die Frühsommermeningoencephalitis (FSME), die Lyme-Borreliose und die sich stetig ausbreitende Babesiose (Hundemalaria). Impfungen sind nur eingeschränkt möglich, daher ist Vorsorge ratsam. Lassen Sie sich zu den verschiedenen Möglichkeiten wie Zeckenhalsbänder, Spot-on und Tabletten in einer Tierarztpraxis beraten.

Suchen Sie Ihren Hund regelmäßig nach Zecken ab! Es ist sehr wichtig, bereits festsitzende Tiere möglichst rasch und vollständig zu entfernen.

Tipp: Verwenden Sie zum sicheren Entfernen eine Zeckenzange oder einen Zeckenhaken, niemals hingegen Öl oder andere Substanzen, um die Tiere abzutöten. Das bewirkt in der Regel, dass die Zecke verstärkt Speichelsekret absondert, wodurch das Übertragungsrisiko erhöht wird.


Unser junger Labrador findet beim Spaziergang alles Fressbare und schon mehrmals hat er in unserer Abwesenheit den Küchenmülleimer geplündert. Zudem füttert ihn unsere Tochter oftmals heimlich unter dem Tisch und er frisst mit Genuss unsere Essensreste. Gefährden wir damit unseren Hund? Wir haben gehört, dass einige Nahrungsmittel für Hunde giftig sind.

Viele Lebensmittel können bei Hunden Vergiftungen hervorrufen, zum Beispiel Knoblauch, Avocados, Nüsse, Rosinen, Weintrauben und Schokolade. Schuld daran sind bestimmte Inhaltsstoffe, die der Hund auf andere Art und Weise verstoffwechselt als der Mensch. In der Folge kann es zu Organ- und Stoffwechselstörungen, Kreislaufproblemen, neurologischen Ausfällen und schlimmstenfalls zum Tod des Tieres kommen. Dabei spielen die Menge des aufgenommenen Stoffes, das Körpergewicht und eventuelle Vorerkrankungen des Hundes eine wesentliche Rolle.

So kann eine bestimmte Menge Theobromin (das vor allem in dunkler Schokolade enthalten ist) für einen Chihuahua tödlich sein, die Dogge überlebt sie jedoch. Im Haushalt lauern vielfältige Vergiftungsgefahren. So können zuckerfreie Kaugummis, die den Süßstoff Xylitol enthalten, zu Leberschäden führen. Fressen Hunde scharfkantige Kerne von Steinobst, kann es zu Verletzungen der Darmschleimhaut kommen; zerbeißen sie die Obstkerne, wird giftige Blausäure freigesetzt. Rohes Schweinefleisch kann das für Menschen ungefährliche, für Hunde aber tödliche Aujeszky-Virus enthalten. Außerdem gilt: Alkohol, koffeinhaltige Getränke, rohe Kartoffeln, rohe Auberginen und ungekochte Bohnen sind für Hunde tabu.

Tipp: Kontaktieren Sie bei Vergiftungsverdacht unverzüglich Ihren Tierarzt. Der wird dann die notwendige Therapie einleiten. Verwahren Sie Lebensmittel so, dass Ihr Hund nicht an sie herankommt und vermeiden Sie das Füttern Ihrer Speisen.


Ilona Z. aus Leipzig: Hallo, Frau Doktor, folgende Frage: Beim Herumtollen mit unserer Katze passiert es immer mal wieder, dass unsere Tochter leicht gebissen beziehungsweise gekratzt wird. Manchmal blutet das auch ein bisschen. Sollten wir deshalb unbedingt einen Arzt aufsuchen oder reicht es aus, die Wunde zu desinfizieren?

Liebe Frau Z.,
eine Bissverletzung durch eine Katze ist immer sehr ernst zu nehmen, auch wenn sie noch so harmlos erscheint. Katzen haben als Fleischfresser und Raubtiere ein dementsprechend gefährliches, kräftiges Gebiss und können mit ihren Zähnen im Gewebe erhebliche Schäden hervorrufen. Katzenzähne sind sehr scharf und dringen bei einem Biss tief ein. Von außen ist nur ein kleines Löchlein zu sehen. Doch Vorsicht! Die Maulhöhle einer Katze beherbergt viele potenziell gefährliche Bakterien. Diese gelangen durch den Biss tief in das verletzte Gewebe und finden dort optimale Vermehrungsbedingungen. Erste Maßnahme: Waschen Sie nach einem Biss die Wunde mit Wasser aus und desinfizieren Sie sie anschließend. Die Wunde sollte dann keimfrei abgedeckt und ruhiggestellt werden. Über alle weiteren Maßnahmen entscheidet der Arzt. Wenn Sie die Wunde nicht optimal behandeln, können Bakterien (wie zum Beispiel Pasteurella multocida, Staphylococcus aureus sowie Bartonella henselae) schwerwiegende Komplikationen auslösen. Deswegen sollten Sie Bissverletzungen wie die Ihrer Tochter immer unverzüglich einem Arzt zeigen. Dieser wird sie dann entsprechend behandeln. Denken Sie auch daran, den Impfausweis Ihrer Tochter mitzunehmen, damit der Arzt sich vergewissern kann, ob ihr Tetanusimpfschutz aktuell ist.

Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Freude mit Ihrem kleinen Racker!


Vor Kurzem haben wir einen jungen Hund in unsere Familie aufgenommen. Er soll uns möglichst überallhin begleiten. Kann der Hund an warmen Tagen für kurze Zeit im Auto warten, während wir einkaufen sind? 

Tiere in wärmeren Monaten im Auto warten zu lassen, ist sehr riskant. Es ist ein Irrtum anzunehmen, dass der Hund bei leicht geöffneter Scheibe oder offenem Schiebedach und Außentemperaturen um die 20° C im Auto bleiben kann. Der Luftaustausch ist viel zu gering und so kommt es im Inneren des Fahrzeugs zu einem rasanten Temperaturanstieg. Das gilt auch für Autos, die im Schatten geparkt sind!

Innerhalb von 15 Minuten kann die Innentemperatur des Fahrzeugs die Körpertemperatur des Vierbeiners übersteigen. Hunde können, außer an den Ballen, nicht schwitzen. Kühlung verschafft daher allein das Hecheln, was aber mit einem Verlust von Flüssigkeit einhergeht. Damit besteht schnell die Gefahr, dass die Tiere Kreislaufprobleme bekommen, kollabieren und im schlimmsten Fall sogar sterben.

Vermeiden Sie deshalb selbst an warmen Tagen im Frühling oder Herbst, Ihren Hund im Fahrzeug zu lassen. Sorgen Sie möglichst dafür, dass Ihr Hund das Auto mit Ihnen verlassen kann oder anderweitig beaufsichtigt wird, beispielsweise in einer Hundetagesstätte.

Tipp: Werden Sie aktiv, wenn Ihnen an sommerlichen Tagen Tiere in geparkten Autos auffallen. Versuchen Sie, die Besitzer zu finden. Rufen Sie notfalls die Polizei oder die Feuerwehr. In solchen Fällen gilt es, keine Zeit zu verlieren, schließlich steht vielleicht das Leben eines Tieres auf dem Spiel.


Unsere Meerschweinchen leben in einem Gehege draußen im Garten. Was müssen wir in den kalten Wintermonaten beachten?

Wenn die kleinen Nager schon seit einigen Monaten im Freien leben und sich somit langsam an die kälter werdenden Temperaturen anpassen konnten, steht der Überwinterung einer Gruppe Meerschweinchen im Freien nichts im Wege. Kommen neue Meerschweinchen dazu, sollten diese, ebenso wie erkrankte oder trächtige Tiere, den Winter zunächst drinnen verbringen dürfen und erst im Frühjahr ins Freigehege gesetzt werden. Für den Winter im Freien sollten die Tiere im Gehege einen überdachten und windgeschützten Bereich sowie ein wärmeisoliertes Häuschen haben. Gut belüftet sollte es allerdings auch sein, damit sich kein Kondenswasser bildet. Die Tränken müssen frostsicher sein und reichlich gutes Futter brauchen die Tiere selbstverständlich auch. Das Gehege sollte sowohl ausbruchsicher sein als auch vor fremden Eindringlingen schützen. Schauen Sie regelmäßig nach Ihren Lieblingen, damit Sie bei Schwäche oder Krankheit rechtzeitig reagieren können. Achten Sie dafür auch auf das Gewicht Ihrer kleinen Freunde.

Tipp: Viel Stroh und Heu tragen zur Wärmedämmung des Häuschens bei. Styroporplatten als Zwischenwände müssen natürlich nagersicher eingebaut werden.


Als Familie unternehmen wir gern Ausflüge mit dem Fahrrad. Was müssen wir beachten, wenn uns unser Hund (Wäller-Mischling, 4 Jahre) dabei begleiten soll?

Familien-Radtouren mit Hund sind eine schöne Sache, um gemeinsame Freizeit zu verbringen. Soll Ihr tierisches Familienmitglied Sie begleiten, muss er vollständig ausgewachsen sein; unter etwa 1 - 1½ Jahren ist das Mitlaufen ebenso tabu wie für "Senioren" und Hunde sehr kleiner, kurzbeiniger oder kurznasiger Rassen. Leine ist Pflicht, wobei ein Brustgeschirr besser ist als ein Halsband. Mit einem "Springer" lässt sich der Hund am Fahrradrahmenbefestigen, sodass man als Radfahrer beide Hände frei hat. Der Nachteil ist, dass man kaum bemerkt, wann der Hund langsamer wird oder anhalten möchte. Achten Sie darauf, dass es für den Hund weder zu kalt noch zu heiß ist - bei Temperaturen unter 0° und über 15° C im Schatten sollten Sie auf die Begleitung Ihres Hundes verzichten. Überfordern Sie das Tier nicht, was Tempo und Beschaffenheit der Strecke angeht. Der vierbeinige Begleiter soll locker traben können und nicht nebenher hetzen müssen. Schließlich sollten nach der Heimkehr (eventuell auch zwischen durch)die Pfoten des Hundes kontrolliert und wenn nötig gepflegt werden. Dann steht weiteren Radtouren mit der ganzen Familie nichts mehr im Wege.

Tipp: Damit Ihr Hund ein zuverlässiger Radbegleiter wird, ist ein vorbereitendes Training in einer Hundeschule sinnvoll. So ist sichergestellt, dass er die Grundbefehle beherrscht, die Laufrichtung und ein gleichmäßiges Tempo beibehält.


Vor Kurzem haben wir unserer Tochter Anna (8) einen Wellensittich geschenkt. Wie viel Freiflug braucht er und worauf ist dabei zu achten?

Je mehr, desto besser: Vögel lieben es, sich frei zu bewegen und sollten jeden Tag ihre Flugzeiten bekommen. Je kleiner der Käfig, umso öfter und umso länger sollte der Freiflug dauern. Die Bewegung stärkt die Muskulatur und den Kreislauf Ihres Lieblings, so bleibt er fit und gesund. In der Mittagszeit hält der Vogel Siesta, als Flugzeiten bevorzugt er daher den Vormittag und den Nachmittag bis zum Abend. Um den kleinen Mitbewohner zu schützen, muss das Freiflugzimmer vogelsicher gemacht werden; diverse Gefahrenquellen wie offene Fenster, heiße Herdplatten oder giftige Pflanzen sind zu beseitigen. Machen Sie größere Fensterfronten (z.B. mit Aufklebern) für das Tier erkennbar. Ihnen sollte klar sein, dass der Wellensittich beim Fliegen oder am Landeplatz Federn, Federnstaub und auch Kot hinterlassen kann. Der Vogel braucht beim Freiflug aber nicht durchgängig beaufsichtigt werden.

Tipp: Wellensittiche sind gesellige Tiere und leben am liebsten in Gemeinschaft.

 

 

Themen im aktuellen Heft sind u.a.:

- Frühchen
- Strategisches Denken
- Tabuthema Tod
- Streitthema Tattoo

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