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Kann ich mein Kind (5) bei einer Erkältung auch inhalieren lassen, bevor ich zu Arzneimitteln greife?

Bei unkomplizierten Atemwegsinfekten ist Inhalieren eine gut erprobte, nebenwirkungsfreie Behandlungsmethode.
Bei häufigen Infekten oder anhaltenden Beschwerden sollte jedoch der Kinderarzt kontaktiert werden.
Wegen Verbrühungsgefahr und einer möglichen Schleimhautreizung der Augen durch heiße Dämpfe hat die „Kochtopfmethode“ heute ausgedient. Besser geeignet sind Dampfinhalatoren mit einem Mund-Nasen-Aufsatz, wie man sie zum Beispiel in der Apotheke bekommt. Der Wasserdampf befeuchtet gezielt die gereizten Schleimhäute in den oberen Atemwegen. Schleim wird gelöst und abtransportiert. Man kann Salz-, Kamille- oder Salbeizusätze verwenden, das Wasser sollte jedoch nicht zu heiß sein. Zwei- bis dreimal täglich atmet man dann für fünf bis zehn Minuten ruhig und tief ein. Mit einer sterilen Kochsalzlösung aus der Apotheke sind Sie auf der sicheren Seite. Ätherische Öle wie Pfefferminzöl sind als Zusätze wenig geeignet, sie können bei Kindern zu allergischen Reaktionen bis hin zu Atemnot führen. Bei festsitzendem Bronchialschleim kommen Düsen- oder Ultraschallvernebler zum Einsatz, deren Zubehör nach Gebrauch gründlich gereinigt und getrocknet werden muss, sonst können sich Bakterien leicht vermehren.

Tipp: Kinder sollten nie unbeaufsichtigt inhalieren, sie sitzen dabei oft gern auf dem Schoß. Vorlesen beruhigt und lenkt von der Inhalationsprozedur ab.

Solveig Wolf


Die Kita unserer Tochter wurde vorübergehend wegen Krätze geschlossen. Was ist das eigentlich genau und wie kann man sich schützen?

Die Krätze (Skabies) wird durch 0,3 bis 0,5 mm große Milben hervorgerufen. Die Weibchen graben sich in die obere Hautschicht ein und legen dort Exkremente und Eier ab, das führt nach zwei bis fünf Wochen zu Hautreaktionen wie Brennen und Juckreiz, aufgekratzte Stellen können sich eitrig entzünden. Beim Spielen oder Kuscheln wandern die Parasiten von Mensch zu Mensch. Deshalb gilt es Abstand zu halten, Schule und Kindergarten sind vorübergehend tabu.


Für die Behandlung gibt es Cremes oder Salben, sogenannte Skabizide, sie werden auf den gesamten Körper des Kindes aufgetragen, und zwar lückenlos mindestens vom Hals abwärts. Erst nach der gesamten Einwirkzeit, die je nach Produkt bis zu vier Tage dauern kann, sind Duschen
oder Baden wieder erlaubt.


Sorgfältige Hygiene ist oberste Pflicht: Das Bett sollte zu Beginn der Therapie frisch bezogen, Kleidung, Unterwäsche und Handtücher bei mindestens 60 Grad gewaschen, Polstermöbel und Teppiche abgesaugt werden. Schuhe und Plüschtiere müssen für mindestens drei Tage bei etwa 21 Grad in einen Plastiksack.

Tipp: Um eine Übertragung zu verhindern, sollten Sie selbst beim Eincremen unbedingt Hanschuhe tragen. Ohnehin sollten Personen mit längerem Hautkontakt zum Kind gleich mitbehandelt werden.


In der Apotheke höre ich häufig, dass ein Arzneimittel nicht für Kinder zugelassen ist. Kann ich es meinem Kind nicht trotzdem in niedrigerer Dosis geben?

Weil dazu häufig noch keine Daten vorliegen, sind nur wenige Arzneimittel speziell für Kinder und Jugendliche zugelassen. Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, ihr ganzer Organismus muss noch wachsen und reifen. Das gilt ebenso für den Stoffwechsel, daher unterscheidet sich die Wirkung von Arzneimitteln möglicherweise von der bei Erwachsenen, sie werden auch anders abgebaut. Deshalb kann auch die Dosierung nicht einfach auf das geringere Körpergewicht angepasst werden. Bei bestimmten schwerwiegenden und seltenen Erkrankungen ist man aber auf diese Medikamente angewiesen. Oft ist es eine Kompromisslösung von Kinderärzten und Apothekern, beispielsweise die Wirkstoffmenge durch Zerkleinern oder Auflösen der Medikamente so zu verringern, dass sie auch dem betroffenen Kind oder Jugendlichen gegeben werden kann. Ganz abgesehen davon, dass Tabletten für kleine Kinder völlig ungeeignet sind. Gut schmeckende Säfte oder Zäpfchen kann man hingegen meist ganz gut verabreichen, doch sind Erwachsenenmedikamente oft nicht in dieser Form erhältlich. Hier gibt es also noch großen Forschungsbedarf, zum Schutz der Kinder und Jugendlichen sind Studien aber nur mit großen Einschränkungen möglich und nur erlaubt, wenn sie unumgänglich sind.

Tipp: Die Initiative Arzneimittel für Kinder hat sich zum Ziel gesetzt, die Versorgung mit sicheren Kinderarzneimitteln zu verbessern. Mehr dazu unter www.arzneimittel4kids.de


Soll man für Kinder lieber Nasentropfen oder Nasenspray verwenden? Unser Kinderarzt verordnet unserer erkälteten Tochter (7) manchmal abschwellende Nasentropfen, mitunter aber auch einen Spray.

Für Säuglinge sind in der Regel nur Nasentropfen verfügbar. Sogenannte COMOD®-Dosiertropfer ermöglichen ein konstantes Tropfenvolumen. Der Pump- und Dosiermechanismus funktioniert hier auch, wenn das Fläschchen kopfüber gehalten wird.

In jedem Fall sollte die Nase vor der Anwendung von Sekret gereinigt werden, bei Babys kann man sich dazu mit einem Nasensauger behelfen. Kleinen Kindern werden die Nasentropfen in Rückenlage verabreicht, der Kopf sollte dabei nach hinten geneigt sein. Anschließend den Kopf für 1–2 Minuten weit nach vorn beugen und drehen, um den Wirkstoff gleichmäßig in der Nase zu verteilen. Um Verunreinigungen im Pipetteninneren zu vermeiden, sollte die Tropfpipette nach der Anwendung mit zusammengedrücktem Saughütchen von der Nasenöffnung weggezogen werden. Bei einem Spray für ältere Kinder muss der Applikator circa 1 cm in das Nasenloch eingeführt werden, damit die Lösung nicht von den Härchen am Naseneingang abgefangen wird. Die Lösung verteilt sich besser, wenn beim Einsprühen sanft eingeatmet wird.

Tipp: Nasentropfen oder -sprays sind aus hygienischen Gründen nur von einer Person zu benutzen. Haben sich die Beschwerden nach maximal siebentägiger Behandlung nicht gebessert, sollten Sie den Kinderarzt aufsuchen.


Rezeptfrei heißt nicht harmlos

Abführmittel, Schlafmittel, Schmerz- und Erkältungsmittel - viele dieser Arzneimittel können auch ohne Rezept in der Apotheke erworben werden. 

Dass rezeptfreie Medikamente auch ein Gefährdungspotenzial haben, wird oft nicht ernst genug genommen. Selbst bei vermeintlich harmlosen Nasentropfen oder -spray tritt ein Gewöhnungseffekt ein. Was anfangs die Nase frei machte, sorgt nun selbst für Dauerschnupfen, die sogenannte Rhinitis medicamentosa. Um noch eine Wirkung zu erzielen, muss die Wirkung ständig erhöht werden.

Die Schleimhaut wird dadurch dauerhaft geschädigt. Auch Schmerzmittel können auf lange Sicht zur Ursache der Kopfschmerzen werden, gegen die sie anfangs helfen sollten. Zudem drohen Nierenschädigungen und Magen-Darm-Blutungen. Ähnliche Gewöhnungseffekte treten bei Abführmitteln oder Schlafmittel nein. Bei Abführmitteln können die ständig gesteigerten Dosierungen zur Schädigung der Darmschleimhaut oder einem Reizdarmsyndrom führen. Schlafmittel hingegen greifen in den Schlafrhythmus ein, der Schlaf wird weniger erholsam.

Besonders bedenklich ist natürlich eine missbräuchliche Anwendung zur Erzielung psychischer Effekte. So kann der Wirkstoff Dextromethorphan, der Bestandteil mancher Arzneimittel gegen grippale Infekte und von Präparaten gegen Reizhusten ist, bei mehrfacher Überdosierung psychische Störungen, aber auch Blutdruckabfall oder eine lebensbedrohliche Atemdepression hervorrufen.


Unserer Tochter (5) sollten wir vor einiger Zeit wegen einer ansteckenden Bindehautentzündung Augentropfen geben. Leider hat sie sich gesträubt, die Tropfen sind nicht ins Auge gelangt. Was können wir tun? 

 

Von Kindern wird die Anwendung von Augentropfen oder -salben meist als sehr unangenehm empfunden, deshalb sollte ihnen möglichst ruhig erklärt werden, weshalb es nötig ist.

Augentropfen sollten, beispielsweise durch Umschließen des Fläschchens mit der Hand, zunächst angewärmt werden. Babys und kleine Kinder liegen während des Eintropfens am besten auf dem Rücken, ältere Kinder können den Kopf im Sitzen in den Nacken legen. Eltern müssen darauf achten, dass Tropfer- oder Tüllenspitze weder mit den Augen, Händen oder anderem in Berührung kommen.

Das Unterlid wird bei geöffneten Augen vorsichtig heruntergezogen. So kann der Tropfen in den nun freiliegenden Bindehautsack gelangen. Dabei sollte das Auge sic hnicht bewegen und anschließend für ein bis zwei Minuten geschlossen werden. Jetzt kann und soll das Auge vorsichtig hin- und herbewegt werden, damit sich der Wirkstoff gut verteilt. Durch heftiges Zwinkern oder Blinzeln allerdings fließen die Tropfen zu schnell wieder ab. Um das zu verhindern, kann man bei geschlossenem Lid auch leicht auf den Nasenknochen am Augeninnenwinkel drücken. Wenn ein Kind zu unruhig ist, kann man ihm die Tropfen auch in den inneren Lidwinkel des geschlossenen Auges tropfen. Beim spontanen Öffnen der Lider verteilen sich die Tropfen auf Horn- und Bindehaut. Augensalben werden vorsichtig in den Unterlidsack eingebracht.

 

Tipp: Geöffnete Augentropfen und -salben sind wegen des möglichen Keimwachstums nur eine begrenzte Zeit anwendbar. Auskunft dazu geben die Packungsbeilage oder das Apothekenpersonal. Entsorgen Sie deshalb angebrochene Packungen, sobald die Behandlung abgeschlossen ist.


Es ist immer ein kleines Drama, wenn unser Sohn (3) Medizin einnehmen muss. Vor allem Tabletten. Ich mache die dann klein und mische sie unter Apfelmus. Aber ist das überhaupt richtig? 

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, sie können meist noch nicht alles schlucken. Säfte und Tropfen sind für gewöhnlich leicht einzunehmen und können gut gewichtsabhängig dosiert werden. Antibiotikasäfte etwa schmecken dank Aromastoffen nicht mehr ganz so schlimm. Mitunter hilft es auch, das Medikament mit Lebensmitteln wie Marmelade oder Apfelmus zu mischen. Achten Sie aber darauf, dass Ihr Kind in der verabreichten Portion die gesamte Einzeldosis zu sich nimmt und nichts übrig lässt. Und fragen Sie vorher in der Apotheke, ob man den Arzneistoff überhaupt mit Nahrung mischen darf.

Tabletten können von größeren Kindern häufig besser eingenommen werden, wenn man sie zerkleinert, mörsert und anschließend auflöst. Aber auch hier müssen Sie bei Ihrem Apotheker nachfragen, ob das möglich ist: Manche Tabletten haben einen Überzug, der den Wirkstoff vor Sauerstoff, Luftfeuchtigkeit oder Magensäure schützt oder der die Freisetzung des Wirkstoffs regelt. Geht der Schutz durch das Zerkleinern verloren, ist es möglich, dass das Medikament nicht, nicht richtig oder auch zu stark wirkt. 

Tipp: Wenn gar nichts geht, gibt es für einige Arzneistoffe auch die Alternative von Klistieren und Zäpfchen. Zäpfchen rutschen leichter, wenn man sie anfeuchtet. Sie mit dem stumpfen Ende des Zäpfchens voran einzuführen und anschließendes Zusammendrücken der Pobacken verhindert das Herausrutschen.


Erst kürzlich haben wir einen Artikel zur Ausstattung der Hausapotheke gelesen. Als Eltern einer 5 Monate alten Tochter fragen wir uns nun, ob der Inhalt unseres Apothekenschrankes auch auf unseren Nachwuchs angepasst werden sollte.


In der Tat ist es sinnvoll, den Apothekenschrank etwas aufzustocken, denn Kinder brauchen oft spezielle Medikamente oder andere Dosierungen. Kinderpflaster mit bunten Motiven sind ein guter Trost nach kleinen Unfällen und reizen die empfindliche Haut weniger. Eine Wund- und Heilsalbe für kleinere Verletzungen oder gegen einen wunden Po und ein kühlendes Gel gegen Insektenstiche und Sonnenbrand gehören ebenfalls in die Kinder-Hausapotheke.

Für den Fall der Fälle ist es gut, Saft oder Zäpfchen gegen Schmerzen und zur Fiebersenkung da zu haben. Ihr Arzt oder Apotheker wird Ihnen bestimmt ein geeignetes Mittel nennen. Bei Schnupfen dürfen kurzfristig auch Kindernasenspray oder -tropfen für eine freie Nase sorgen, isotonische Kochsalzlösung hilft aber auch schon, die Nasenschleimhäute zu befeuchten und Linderung zu verschaffen.

Entschäumertropfen sind bei Blähungen hilfreich, Anis-Fenchel-Kümmel-Tee kann das Sortiment ergänzen. Bei Durchfall oder Erbrechen muss man den Flüssigkeitsverlust ausgleichen, am besten mit einem Glucose-Mineralstoff-Präparat. Wenn Ihr Kind Dauermedikamente oder bestimmte Notfallmedikamente (zum Beispiel gegen Pseudokruppanfälle) benötigt, sollte davon natürlich - in Absprache mit dem Kinderarzt -immer genug im Haus sein. 

Tipp: Überprüfen Sie regelmäßig die Haltbarkeit der Medikamente. Bewahren Sie sie am besten in der Originalverpackung samt Beipackzettel auf. So behalten Sie gerade bei den selten gebrauchten den Überblick.


Wir wollen demnächst im Urlaub an einem See in Brandenburg zelten. Unsere Tochter (5) wird immer sehr von Mücken geplagt. Wie kann ich sie schützen?

Bestimmte Stoffe im Speichel der Mücke sorgen für die lästigen juckenden Schwellungen. Hier in Mitteleuropa sind die meisten Insektenstiche zum Glück harmlos, gerade Mückenstiche heilen meist rasch und folgenlos ab. Durchs Kratzen allerdings können sie sich infizieren, in dem Fall sollten Sie mit Ihrem Kind möglichst zum Arzt gehen. Am besten ist es, das Risiko für Insektenstiche von vornherein zu senken. Ziehen Sie Ihrem Kind möglichst helle Kleidung mit langen Ärmeln und lange Hosen an. In unmittelbarer Nähe von stehenden Gewässern halten sich meist besonders viele Mücken auf. Achten Sie also beim Campen darauf, das Zelt dort lieber nicht aufzustellen. Wenn das möglich ist, können Sie über den Schlafplatz des Kindes auch ein Moskitonetz spannen. Aromatische Düfte, wie sie beispielsweise in Deosprays oder Parfums vorkommen, ziehen Mücken ebenso an wie starkes Schwitzen. Zum Schutz vor Insekten kann die Haut mit sogenannten Repellents eingesprüht oder eingecremt werden, auf imprägnierter Kleidung hält die Wirkung länger an. Beachten Sie bei der Anwendung unbedingt die Gebrauchsanweisung, manche dieser Mittel können bei Säuglingen oder Kleinkindern zu Vergiftungen führen! Und wenn die Mücke dann doch gestochen hat, lindern kühlende Gele mit histaminhemmender Wirkung schnell die Beschwerden.

 

Tipp: Denken Sie an den erneuten Mückenschutz, wenn Ihr Kind häufiger duscht oder im See badet. Und decken Sie zum Schutz vor anderen Insekten Nahrungsmittel und Getränke ab. Strohhalme sind ein willkommener Schutz vor gefährlichen Stichen im Mund.


Unsere Tochter (6) hat immer wieder Warzen an Händen und Füßen. Wir haben gehört, dass eine Behandlung mit Ameisensäure empfehlenswert ist. Stimmt das?

Warzen sind lästig und sehen unschön aus, trotzdem sind sie in der Regel harmlos und verschwinden oft nach einiger Zeit von allein wieder. Die Anwendung von Ameisensäure bei Warzen ist noch wenig wissenschaftlich dokumentiert. Es gibt jedoch einige Untersuchungen, die positive Effekte belegen. Und bei vielen Patienten hat die Ameisensäure den Status eines Hausmittels. Inzwischen sind auch rezeptfreie Produkte in Apotheken erhältlich, und zwar eine Lösung zum Auftupfen und ein Warzenstift, mit dem man einmal in der Woche ganz gezielt nur die Warze behandelt. Dadurch wird umliegendes Gewebe geschützt. Dennoch sollte man nicht vergessen, dass Ameisensäure eine starke Säure ist, die die Haut reizt und ätzend wirkt. Deshalb ist bei Kindern unter 4 Jahren und Diabetikern ohne vorherige Absprache mit dem behandelnden Arzt grundsätzlich von einer Selbstbehandlung abzuraten. Bei diesen Patientengruppen ist möglicherweise die Wundheilung verzögert. Eine hundertprozentig effektive Behandlungsmethode gibt es für Warzen ohnehin nicht. Vereisung und die (allerdings meist langwierige) Behandlung von Warzen mit Salicylsäurelösungen oder -pflastern sind in ihrer Anwendung und Wirkung allerdings besser belegt als die mit Ameisensäure.

Tipp: Vorbeugen ist besser als Heilen. Warzen sind eine Virusinfektion. Also: Ansteckung vermeiden und an "gefährlichen" Orten wie Schwimmbädern und Turnhallen nie barfuß laufen!


Unser Sohn (8) ist sportlich aktiv und kommt häufig mit Abschürfungen nach Hause. Meine Bekannte gab mir den Rat, diese nicht mehr mit Jodtinktur zu behandeln. Wie soll ich die Wunden denn dann versorgen?

Sogenannte Schürfwunden entstehen schnell. Dabei wird meist nur die oberste Hautschicht verletzt. Bei kleineren, nur leicht verschmutzten Schürfwunden reicht es aus, sie so schnell wie möglich unter fließendem, kaltem Wasser zu säubern. Stärker verschmutzte Wunden und die angrenzenden Hautpartien sollten beispielsweise in Bädern mit wundreinigenden und antiseptischen Zusätzen gesäubert werden. Ein Wundverband ist nur nötig, wenn die Wunde anschließend nicht an der Luft trocknen kann, weil sie zum Beispiel unter der Kleidung liegt. Moderne Pflaster mit hydroaktiven Wundauflagen schaffen ein feuchtes Wundmilieu und unterstützen so den Heilungsprozess. Großflächige, stark verschmutzte oder entzündete Abschürfungen sollten steril abgedeckt und dann vom Arzt versorgt werden. Auch in der Wunde festsitzende Fremdkörper sollte nur der Arzt entfernen. Jodtinkturen können allergische Reaktionen auslösen und sollten nicht mehr verwendet werden. Gleiches gilt für Salben oder Puder, die die Heilung eher behindern als fördern. Während Schürfwunden heilen, sollten Kinder lieber duschen und auf das Freibad oder die Badewanne verzichten. Weil sich auch kleine Wunden infizieren können, ist es besonders wichtig, immer auf aktuellen Impfschutz vor Tetanus, den gefährlichen Wundstarrkrampf, zu achten.

Tipp: Einen gewissen Schutz bieten strapazierfähige Kleidung oder zusätzliche Arm- und Knieschoner. Die können – etwa beim Inline-Skaten – auch größere Verletzungen verhindern.


Unsere Tochter (7) hat sehr feine Haare und seit einiger Zeit leider Läuse. Ich bin ziemlich entsetzt und auch ratlos. Wie können wir der Plage den Kampf ansagen?

Seit einigen Jahrzehnten gehören Kopfläuse wieder zu allgegenwärtigen Plagegeistern. Vor allem in Kindereinrichtungen springen sie schnell von Kopf zu Kopf. Ein Kopflausweibchen legt täglich 5-10 Eier ab, die man Nissen nennt. Sie sind schwer zu erkennen, da sie sehr klein sind. Ausgewachsene Läuse sind jedoch gut mit dem bloßen Auge auszumachen. Sie sollten die Haare Ihrer Tochter umgehend

mit einem entsprechenden Haarwaschmittel behandeln. Nach dem Einwirken der Mittel sind sowohl ausgewachsene Läuse als auch die Nissen abgetötet. Sorgfältiges Auskämmen ist jedoch unbedingt erforderlich. Obwohl die Mittel sehr wirksam sind, ist eine Wiederholungsbehandlung erforderlich.

Tipp: Machen Sie Ihrem Kind die mühsame Prozedur angenehmer, indem Sie dabei gemeinsam ein Hörbuch hören oder Geschichten erzählen.


Unsere Tochter Laura (8) klagt seit einigen Wochen immer wieder über Bauchschmerzen. Müssen wir uns Sorgen machen?

Weil besonders jüngere Kinder häufig noch nicht exakt beschreiben können, was ihnen fehlt, ist es für uns Erwachsene wichtig, die Schmerzen der Kinder ernst zu nehmen. Dauern die Bauchschmerzen länger als einen Tag, sollte der Kinderarzt abklären, ob es eine organische Ursache für die Beschwerden gibt, beispielsweise eine Magen-Darm-Erkrankung oder Überempfindlichkeiten gegenüber bestimmten Nahrungsmitteln. Bei Kindern werden Bauchschmerzen aber auch häufig durch Ängste, Streit oder Hänseleien ausgelöst. Vielleicht sind Stresssituationen in der Schule der Grund für die wiederkehrenden Bauchschmerzen Ihrer Tochter. Schnell fühlen sich Kinder auch durch Leistungsdruck überfordert. Zu den Bauchschmerzen kommen dann häufig noch Kopfschmerzen, Schlafstörungen oder Übelkeit hinzu. Gönnen Sie Laura nach der Schule genügend freie, unverplante Zeit, damit sie sich entspannen, ein Buch lesen oder ihrem Hobby nachgehen kann. Auch ruhige Stunden vor dem Zubettgehen, eine Wärmflasche, eine Tasse Tee oder Einschlafrituale helfen, solche Stressbauchschmerzen zu vertreiben.

Tipp:Eine sanfte Massage der Füße oder des Körpers – von oben nach unten entlang der Wirbelsäule – kann Kindern helfen, sich zu entspannen.


Warum werden heute nur noch selten Ohrentropfen verschrieben? Wie helfen wir unserem Kind (3) am besten?

Es stimmt, Ohrentropfen werden heute nur noch selten empfohlen. Bei Entzündungen des äußeren Gehörgangs scheinen Ohrentropfen mit schmerzstillenden oder antibiotischen Wirkstoffen zwar gut zu wirken, bei Mittelohrentzündungen erreichen sie aber gar nicht das Innere des Mittelohrs und bei Trommelfellschäden sind sie tabu. Allgemein gilt, dass bei Kindern unter 2 Jahren, steigendem Fieber und länger als 24 Stunden anhaltenden Ohrenschmerzen unbedingt ein Arzt aufzusuchen ist. Um die akuten Schmerzen bis zum Arztbesuch zu lindern, können Sie Ihrem Kind Zäpfchen oder Säfte mit den Wirkstoffen Paracetamol oder Ibuprofen in geeigneter Dosierung geben. Die weitere Behandlung legt der Arzt fest.

Tipp: Um das Risiko für Mittelohrentzündungen möglichst gering zu halten, sollten Kinder in einer rauchfreien Umgebung aufwachsen. Passivrauchen schwächt das kindliche Immunsystem und erhöht die Infektionsanfälligkeit besonders im HNO-Bereich.

Themen im aktuellen Heft sind u.a.:

- Wohin mit der Wut?
- Helfende Pfötchen
- Naturerlebnis Wildcamps

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