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Soll ich unsere Kinder (3 und 5) gegen FSME impfen lassen, obwohl wir in diesem Winter eine länger anhaltende Frostperiode hatten? Da gehen doch sicher viele Zecken zugrunde.

Zecken besiedeln die Erde seit 350 Millionen Jahren. Das heißt, sie haben schon Eiszeiten überlebt. Ein normaler Winter mit ein paar Tagen oder Wochen Frost macht diesen Spinnentieren wenig aus. Deutschland wird vom Robert Koch-Institut als Infektionsland eingestuft. Zu den Risikogebieten gehören auch vier Landkreise in Sachsen: der Vogtlandkreis und die Landkreise Bautzen, Zwickau sowie der Erzgebirgskreis.

Der Stich einer Zecke kann zur Infektion mit einem Virus führen, das die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) hervorruft. Bei einem milden Verlauf ähnelt die FSME einem grippalen Infekt. Typisch ist aber - nach einer kurzen Ruhepause - ein zweiter Erkrankungsschub, in der die Entzündung auf die Hirnhaut, das Gehirn oder sogar das Rückenmark übergehen kann. Das kann zu Lähmungen und im schlimmsten Fall zum Tod führen. Eltern sollten sich und ihre Kinder gegen FSME impfen lassen, wenn sie in einem Risikogebiet leben oder dort Urlaub machen. Es ist der einzig sichere Schutz vor der lebensbedrohlichen Infektion. Der Impfstoff ist für Kinder ab 1 Jahr zugelassen. Die Impfung wird von den Krankenkassen übernommen.

Tipp: Nach einem Aufenthalt im Freien sollte der Körper, vor allem bei Kindern, sorgfältig nach Zecken abgesucht werden. Besonders beliebte Körperpartien: Kniekehlen, Leistenbeuge, Achselhöhlen und der Haaransatz.

Dr. Harry Sirb


Unser Sohn (7) ist ein regelrechter Obstmuffel. Allerdings trinkt er gerne Apfel- oder Orangensaft. Wir achten darauf, dass er den mit Wasser verdünnt. Wie viel reinen Saft kann er unbedenklich pro Tag trinken?

Mit Ihrem Obstmuffel sind sie nicht allein. Es ist ein Problem, das viele Eltern teilen. Man braucht nicht unbedingt Obst, um ausreichend mit Vitaminen versorgt zu sein. Gemüse ist eine gute Alternative. Die meisten Kinder knabbern gerne rohes Gemüse wie Kohlrabi, Möhren oder Gurken. Säfte sind nur bedingt zu empfehlen. Kinder unter einem Jahr sollten gar keine Säfte bekommen, es sei denn als Bestandteil eines Obst-Getreide-Breies. Wir Kinderärzte und Ernährungsmediziner, aber auch Zahnärzte, plädieren dafür, den Konsum von Säften zu begrenzen. Das hat vielerlei Gründe: Erstens sind Säfte aufgrund des hohen Fruchtzuckergehaltes kleine Kalorienbomben. Mit etwa 110 Kalorien pro Glas sind sie gerade für übergewichtige Kinder ein zusätzlicher Dickmacher. Außerdem kann der regelmäßige Verzehr von Fruchtzucker die Entwicklung einer Fettleber begünstigen. Ungesund sind Säfte allemal für die Zähne. Sie begünstigen die Entwicklung einer Karies.

Fazit: So wenig Saft wie möglich, immer mit viel Wasser verdünnt, maximal ein Glas am Tag.

Tipp: Pürieren Sie Obst und stellen gemeinsam mit Ihrem Sohn aus Naturjoghurt Fruchtjoghurt für die ganze Familie her. Bei echten Früchten geht der Zucker weniger schnell ins Blut als bei Saft, das ist besser für den Stoffwechsel.


Klettern gibt den besseren Kick

Landläufig werden Drogen, die zwar psychisch, nicht aber körperlich abhängig machen können, als "weiche" Drogen bezeichnet.

 

Cannabis ist eine typische "weiche Droge". Psychisch abhängig heißt: Man verspürt ein starkes Verlangen, die Droge immer wieder einzunehmen. Schon deshalb ist die Bezeichnung "weich" eine Verharmlosung, die das Suchtpotenzial und die Folgen verniedlicht.

Unter "harte" Drogen fallen jene, die körperlich wie psychisch abhängig machen. Außer dem starken Verlangen treten Entzugserscheinungen wie Schwitzen, Muskelzittern oder Magenkrämpfe auf. Nicht nur Heroin oder Speed gehören dazu, sondern auch Alkohol. Das Erschreckende: Mehr als 20.000 Kinder und Jugendliche werden jährlich Opfer der "harten" Droge und landen mit einer Alkoholvergiftung in der Klinik.

Kokain allerdings zählt zu den"harten" Drogen, obwohl es "nur" psychisch abhängig macht. Dafür ist die psychische Abhängigkeit besonders hoch. Diese Bezeichnungen sind also offenkundig wenig hilfreich. Um welche Art von Drogen es auch gehen mag, am besten, man gerät gar nicht erst in die Abhängigkeitsfalle. Denn aus der wieder herauszufinden, ist viel schwerer, als es sich so mancher Heranwachsende vorstellen kann.

Eltern sollten wissen, dass Jugendliche den Kick brauchen und suchen. Das ist ein evolutionäres Programm, denn in der Urzeit war Überleben nur durch Eingehen von Risiken möglich. Sportliche Herausforderungen sind optimale Gelegenheiten, dieses Bedürfnis zu befriedigen. Mannschafts- und Kampfsportarten bieten viel Raum für den positiven Kick.


Unsere Tochter (11) hat verkündet, dass sie jetzt nur noch vegetarisch essen will. Generell essen wir in der Familie sowieso wenig Fleisch- und Wurstwaren, aber eine ganz fleischlose Ernährung erscheint uns im Hinblick auf das körperliche Wachstum riskant. Was meinen Sie?

Zunächst einmal ist es gut, dass sich Ihre Tochter Gedanken über die Ernährung macht: Die Tatsache, dass Tiere ihr Leben dafür lassen, dass wir Fleisch essen können, wird Kindern in diesem Alter oft das erste Mal bewusst. Insofern ist die Entscheidung für vegetarische Kost, auch wenn es vielleicht eine vorübergehende ist, eine sehr emotionale, oft von der Liebe zu Tieren inspirierte. Auch Nachahmung in der Gruppe spielt in diesem Alter eine Rolle. Wenn die beste Freundin plötzlich kein Fleisch mehr essen will, ist das eine starke Motivation, es ihr gleich zutun. All diese Beweggründe sollten Sie in jedem Fall respektieren. Dennoch gilt es, ein Augenmerk auf die Zufuhr wichtiger Nährstoffe zu haben, denn Ihre Tochter befindet sich in einer Zeit starken Wachstums. Fleisch liefert Eiweiß und Vitamine, vor allem der B-Gruppe. Für Vitamin B12 ist Fleisch die Hauptquelle. Alternativ decken Fisch, Meeresfrüchte, Milchprodukte sowie Eier den Bedarf an Eiweiß und B12. Ein Problem sehe ich beim Eisen, mit dem besonders Fleisch punktet. Denn dieses Eisen kann der Körper besonders gut verwerten. Gerade in der Pubertät benötigt der Körper für die rasche Zunahme an Körpermasse viel von diesem Spurenelement. Bei Mädchen steigt der Bedarf zudem mit dem Einsetzen der Menstruation. Achten Sie deshalb darauf, dass Lebensmittel wie Vollkornprodukte, Hirse, Blattgemüse, Erbsen, Schwarzwurzeln sowie Hülsenfrüchte regelmäßig auf dem Speiseplan stehen. Die Eisenaufnahme wird verbessert, wenn zu eisenreichen Lebensmittel nimmer auch viel Vitamin C aufgenommen wird.

Tipp: Über ein spezielles Berechnungsportal der Uni Hohenheim können Sie die Zusammensetzung der verschiedenen Lebensmittel und den jeweiligen Tagesbedarf ermitteln.


Unser Baby (2 Monate) wird von heftigem Schluckauf geplagt. Es tut uns richtig leid, das ansehen zu müssen und nicht richtig helfen zu können.

Keine Sorge, was Ihnen selbst als quälend erscheint, ist für Ihr Baby schon lange eine wichtige Gewohnheit. Der zeitweise sehr hartnäckige Schluckauf ist nämlich ein Schutzreflex, der bereits im Mutterleib das Einatmen von Fruchtwasser verhindert hat.

Nach der Geburt verhindert dieser Schutzreflex, dass Nahrung fälschlicherweise in die Lunge gelangt. Gesteuert wird das Ganze über das Zwerchfell, den großen Muskel zwischen Brust und Bauch. Zieht es sich zusammen, atmet das Baby ein und der Deckel des Kehlkopfes schließt sich. Die Luft kann nur noch hinein und nicht hinaus und es kann keine Milch in die Luftröhre gelangen. Manchmal ist aber auch Luft in Babys Bauch gelangt, die wieder hinaus will. Aus den unterschiedlichen Impulsen entsteht der Schluckauf.

Deshalb ist das Bäuerchen so wichtig. Bei Schluckauf kann es hilfreich sein, erneut etwas zu trinken zu geben. Auch eine kleine Bauchmassage beruhigt und entspannt. Ebenso folgender Trick: Nehmen Sie das Baby auf den Arm und pusten Sie ihm leicht ins Gesicht. Ändert es dadurch seinen Atemrhythmus, kann sich das Zwerchfell entspannen.

Tipp: Manchmal reagieren Babys auch auf Kälte mit einem Schluckauf. Prüfen Sie, ob der Nacken körperwarm ist. Wenn nicht, legen Sie ein warmes Kirschkernkissen auf Babys Bauch. Das wärmt und entspannt.


Unsere Tochter (3 Monate) nimmt - wie in diesem Alter üblich - alles in den Mund. Und natürlich achten wir darauf, dass in ihrer Nähe keine Kleinteile greifbar sind. Wie lange hält diese Alles-in-den-Mund-nehmen-Phase an?

Sie sprechen hier eine wichtige Entwicklungsphase im Leben eines Säuglings und Kleinkindes an. Der Mund ist in diesem Alter sozusagen das Tastorgan Nummer eins. Ein Baby kann die Umwelt damit viel besser erkunden als mit den Händen oder Augen. Das liegt an den zahlreichen Nervenenden im Mundraum und auf den Lippen. Sie ermöglichen es dem Baby, Gegenstände in Form und Beschaffenheit zu erkunden. Und natürlich auf ihren Geschmack und mögliche Essbarkeit zu prüfen. Übrigens sind die Geschmacksknospen bei Babys - im Unterschied zu Erwachsenen - nicht nur auf der Zunge, sondern auch auf den Innenseiten der Wangen und im Rachenraum zu finden. Somit ist der gesamte Mundraum besonders empfindsam. Der bevorzugte Geschmack ist süß.

Es ist richtig, darauf zu achten, dass Ihre Tochter nicht an Kleinteile herankommt. Viel anstrengender wird allerdings die Zeit, wenn die Kleine auf Erkundungstour geht, also anfängt zu robben und später auch zu laufen. Achten Sie dann darauf, dass weder Reinigungsmittel noch spitze oder kantige Gegenstände in ihrer Reichweite sind. Auch giftige Zimmer- oder Gartenpflanzen sollten entsorgt werden. Im Alter von anderthalb bis zwei Jahren etwa endet die sogenannte "orale Phase". Sie kann sich allerdings abgeschwächt auch noch bis zum dritten Lebensjahr hinziehen.

Tipp: Beweglichkeit und Neugier nehmen rasant zu. Für Kinder ist alles interessant, was sie zu greifen bekommen. Sorgen Sie deshalb rechtzeitig dafür, dass Medikamente und Haushaltschemikalien für Ihr Kind nicht erreichbar sind.


Unsere Tochter (7) hat immer mal wieder Verstopfung. In solchen Phasen weigert sie sich auch, auf die Toilette zu gehen, weil sie Angst vor möglichen Schmerzen bei der Stuhlentleerung hat. Es ist für alle jedes Mal eine schwierige Situation. Wie können wir ihr helfen?

Beobachten Sie einmal, in welchen Situationen Ihre Tochter Probleme mit der Verdauung bekommt. Nicht selten kommt es auf Reisen (oder danach) zu Verdauungsproblemen. Eine Umstellung wie der Übergang vom Kindergarten in die Schule kann ein Stressfaktor sein. Manchmal können auch Medikamente die Darmflora durcheinanderbringen. Nicht nur in diesem Fall, sondern ganz allgemein hilft es, zwischendurch ein paar Tage milchsauer vergorenes Gemüse oder saure Milchprodukte zu sich zu nehmen (also Sauerkraut, Joghurt, Kefir und Ähnliches). Meist allerdings liegt die Ursache für häufige Verstopfungen in der Ernährung. Oftmals fehlen Ballaststoffe und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Ob der Stuhl hart und damit schmerzhaft ist, hängt eben auch davon ab, wie viel man trinkt. Bei einer akuten Verstopfung sind eingeweichte Trockenfrüchte ein bewährtes Hausmittel. Getrocknete Feigen oder Aprikosen sind prima Ballaststoffquellen und besser als Bonbons und andere Süßigkeiten. Bananen wirken ebenfalls stopfend, Birnen hingegen fördern die Verdauung. Geben Sie Ihrer Tochter lieber Vollkorn- anstelle von Weißmehlprodukten und achten Sie auf ausreichend Bewegung.

Tipp: Mixen Sie selbst ein Frühstücksmüsli mit Haferflocken, Leinsamen, Sesam und klein geschnittenen Trockenfrüchten. Abends in Joghurt eingerührt, ist es am Morgen gut aufgequollen. Dazu ein Getränk und Ihre Tochter hat einen Superstart in den Tag!


Unsere Zwillinge (8) haben sehr oft Husten, Schnupfen und auch öfter mal eine Bronchitis. Wäre es sinnvoll, zur Vorbeugung regelmäßig eine Salzgrotte zu besuchen?

Salzhaltige Luft am Meer, Spaziergänge in Salinen(Heilstollen) oder eine spezielle Sole-Photo-Therapie werden gezielt zur Behandlung von Haut- und Atemwegserkrankungen eingesetzt. Auch für den Hausgebrauch gibt es salzhaltige Inhalationslösungen. Der therapeutische Effekt von Salz ist immer an eine hohe Luftfeuchtigkeit gebunden. Die ist am Meer genauso gegeben wie in ehemaligen Salinen oder auch der Inhalationslösung. Salzgrotten hingegen sind an keine diesbezüglichen Standards gebunden. Auch wenn die Wände mit Salzplatten ausgekleidet und der Fußboden gern mit Salz bedeckt ist, kann eine therapeutisch wirksame Konzentration so nicht erreicht werden. Zumindest haben alle bisherigen Studien keinen klaren Nutzen belegen können. Dennoch spricht nichts gegen den Besuch, denn wenn auch der Nutzen unklar ist, wird in der entspannenden Atmosphäre einer Salzgrotte in jedem Fall Stress abgebaut. Und Stress greift das Immunsystem an. Das gilt für Kinder wie für Erwachsene.

Tipp: Legen Sie sich für Schulkinder eine Nasendusche zu. Damit schwemmen Sie Schnupfenviren aus, die Schnupfenanfälligkeit wird verringert und eine Erkältung im Idealfall sogar ganz verhindert. Ansonsten ist das Inhalieren einer Salzlösung zu empfehlen.


Mein Kind kommt dieses Jahr in die Schule. Ich habe jetzt die Einladung zur Schuleingangsuntersuchung bekommen. Was wird dort geprüft?

Die meisten Kinder freuen sich darauf, in die Schule zukommen, denn sie haben das Bedürfnis, etwas zu lernen. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für einen gutenSchulstart. Doch auch der körperliche Entwicklungsstand spielt eine wichtige Rolle. Die Untersuchung selbst findet in der zukünftigen Schule oder in einem Gesundheitsamt statt. Geprüft werden das Hör- und Sehvermögen, das Gleichgewicht und die räumliche Vorstellungskraft, die Geschicklichkeit und die motorischen Fähigkeiten. Getestet wird auch, ob Ihr Kind sich Dinge merken kann und in der Lage ist, Farben, Formen und Größenunterschiede richtig einzuordnen. Die altersgerechte Entwicklung des Sprachvermögens gehört ebenfalls zur Untersuchung. Auch ein Erziehungsberechtigter muss anwesend sein, damit der Arzt gegebenenfalls Fragen stellen und die Ergebnisse der Untersuchung gleich besprechen kann. Denn durch die Einschulungsuntersuchung soll vor allem festgestellt werden, ob Ihr Kind in irgendeinem Bereich besondere Förderung und Unterstützung benötigt. Ziel ist es, jedem Kind die schulischen Bedingungen zu ermöglichen, die es braucht, um erfolgreich lernen zu können.

Tipp: Nehmen Sie auch das gelbe Kinderuntersuchungsheft und den Impfpass mit, damit der Impfschutz Ihres Kindes überprüft werden kann. Die U9 beim Kinderarzt sollten Sie ebenfalls wahrnehmen, auch wenn sie in zeitlicher Nähe erfolgt.


Unser Sohn (9) kommt immer häufiger mit Kopfschmerzen vom Unterricht nach Hause, seine Hausaufgaben erledigt er lustlos. Ist er überfordert?

Die geschilderten Symptome können Ausdruck eines erheblichen Leistungsdrucks sein. Kinder werden in solchen Situationen nicht nur psychisch, sondern auch körperlich krank. Sie ziehen sich oft zurück, schlafen schlecht und gehen häufig mit Kopf- oder Bauchschmerzen zur Schule. Der schnelle Griff zu Tabletten ist da keine Lösung. Eltern sollten etwas gelassener werden und ihre eigenen Erwartungen ein wenig zurück-schrauben. Kinder brauchen jemanden, der Ruhe und Sicherheit ausstrahlt. Ausreichend Freizeit, viel Bewegung und eine gesunde Ernährung können ebenfalls Schulstress abbauen. Wichtig sind ein strukturierter Tagesablauf und genügend Pausen. Loben Sie Ihr Kind für gute Leistungen und vermeiden Sie ein Donnerwetter, wenn es doch einmal eine schlechte Note gegeben hat.

Tipp: Trainieren Sie mit Ihrem Kind das selbstständige Lernen und investieren Sie in Nachhilfe nur dann, wenn es unbedingt notwendig ist.


Unsere Tochter (5) hatte im vergangenen Frühjahr erstmals einen allergischen Heuschnupfen. Kann man dem vorbeugen?

So wie Sie es beschreiben, reagiert Ihr Kind vermutlich auf Frühblüher, also die Pollen der sehr früh blühenden Birke, Erle und Hasel. Da die Pollen durch die Luft schwirren und auch sehr weit getragen werden können, ist man ihnen erst einmal fast überall ausgesetzt. Ab 5 Jahren kann man bei nachgewiesener Allergie eine Hyposensibilisierung in Betracht ziehen – eine Art Impfung, die das Immunsystem an das Allergen gewöhnen soll. Hilfreich ist die sogenannte Pollenflugvorhersage. Bei starkem Pollenflug die Wohnung nur kurz lüften. Achtung: Auf dem Land ist die Konzentration der Pollen morgens am häufigsten, in der Stadt umgekehrt. Bewährt hat sich, abends die Haare zu waschen, damit die Pollen nicht im Bett landen. Auch die getragenen Sachen haben im Kinderzimmer nichts zu suchen. Wird Ihr Kind häufig im Auto gefahren, lohnt sich der Einbau von speziellen Pollenfiltern. Medikamente können die sehr lästigen Symptome lindern. Konsultieren Sie gegebenenfalls einen Kinderarzt mit homöopathischer Zusatzqualifikation.

Tipp: Heuschnupfen wandert gerne eine Etage tiefer. Dann besteht die Gefahr, dass sich ein Asthma entwickelt.


Unsere Tochter (13) neigt zu Blasenentzündungen. Was können wir tun, um vorzubeugen?

Blasenentzündungen sind beim weiblichen Geschlecht ein häufiges Problem. Dies liegt vor allem an der Anatomie. Die Länge des Harnleiters beträgt bei Frauen nur vier Zentimeter, bei Männern ist er fünfmal so lang. So können bei Frauen Bakterien schneller in die Blase eindringen. Achten Sie vorbeugend darauf, dass Ihre Tochter den Unterleib warm hält und sich nach dem Toilettengang von vorne nach hinten säubert, um das Eindringen von Darmbakterien zu vermeiden. Im Krankheitsfall helfen verschiedene Teezubereitungen mit Birkenblättern, Bärentraube, Ackerschachtelhalm oder auch Goldrute (Apotheke). Nicht zu lange selbst behandeln, da die Gefahr besteht, dass die Infektion in die Niere wandert! Der Kinderarzt wird eine Keimbestimmung machen und gegebenenfalls eine dreitägige Kurztherapie mit Antibiotika verordnen.

Tipp: Cranberrykapseln sind zur Prävention auch bei Kindern schon geeignet.

Themen im aktuellen Heft sind u.a.:

- Frühchen
- Strategisches Denken
- Tabuthema Tod
- Streitthema Tattoo

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