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Heilpflanzen bei Neurodermitis

Neurodermitis oder die atopische Dermatitis ist nicht auf eine einzige Ursache zurückzuführen. Äußere Einflüsse und genetische Veranlagung fließen bei diesem Krankheitsbild zusammen. Besonders belastend ist für die Betroffenen der unbändige Juckreiz. Oftmals ist er so übermächtig, dass sie sich bis aufs Blut kratzen. Ein Teufelskreis, denn in die Kratzwunden dringen Keime ein, die zu Entzündungen führen und den Juckreiz erneut verstärken.


Die Heilpflanzentherapie ist ein wichtiger Bestandteil in der Gesamtbehandlung. Sie kann Symptome wie den quälenden Juckreiz und die Hautveränderungen bei Neurodermitis lindern und dabei helfen, auf Arzneimittel zu verzichten, die Autoimmunreaktionen unterdrücken sollen.


Bewährte Heilpflanzen sind Nachtkerze, Borretsch und Bittersüß.

1. Nachtkerze (Oenthera biennis)

Die Nachtkerze ist eine zweijährige Pflanze, die etwa ein Meter hoch wird. Aus den Früchten der Nachtkerze gewinnt man das fette Öl mit reichlich Gamma-Linolensäure. Sie wirkt Entzündungen entgegen und beruhigt die Haut. Mit einer täglichen Dosis, die pro Kilogramm Körpergewicht vom Arzt errechnet werden muss, erzielt man gute therapeutische Effekte.

2. Borretsch (Borago officinalis)

Auch Borretschsamen enthalten langkettige und essenzielle ungesättigte Fettsäuren (Linolsäure und Gamma-Linolensäure). Sie wirken antientzündlich und immunstärkend. Die Verzehrempfehlung für Borretschsamenöl liegt bei 1 bis 2 Weichgelatinekapseln pro Tag (in Absprache mit dem Arzt). Auch durch lokale äußere Behandlung der betreffenden Hautareale kann eine Besserung erzielt werden.

3. Bittersüßer Nachtschatten (Solanum dulcamara)

Bittersüß ist eine hübsche Pflanze mit violett-gelben Blüten, die im Herbst zu leuchtend roten Beeren werden. Aber Vorsicht: Die Pflanze als Ganzes ist giftig und darf nicht selbst angewendet werden! Sie enthält Saponine, Steroidalkaloide und Bitterstoffe. Die Anwendung von Salben aus Bittersüßstängeln ist bei Neurodermitis sehr hilfreich. Ihre Wirkung ist entzündungshemmend, juckreizstillend und kortisonähnlich. Mehrere Studien belegen, dass man unter Anwendung von solanumhaltigen Salben einen deutlichen Rückgang der Krankheitssymptome erzielen und auf Kortison verzichten kann.

Dr. med. Anke Görgner
Ärztin mit der Zusatzbezeichnung Naturheilverfahren

Themen im aktuellen Heft sind u.a.:

- Frühchen
- Strategisches Denken
- Tabuthema Tod
- Streitthema Tattoo

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