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Gesunde Schätze am Wegesrand

Beeren naschen, ohne die Früchte vorher zu waschen ist weitestgehend unbedenklich. Der Fuchsbandwurm überträgt sich eher durch Hunde und Katzen.

Im Herbst legt die Natur ein knackiges Finale hin. Sie zaubert Herbstfrüchte - voller Energie des Sommers, reich an Nähr- und Vitalstoffen. Gesunde Leckereien, die am Wegesrand wachsen. Allemal ein Grund, mit der ganzen Familie auf Sammeltour zu gehen. von Susan Künzel

Leuchtendrot machen die so hübsch besungenen Hagebutten auf sich aufmerksam, auch mitten in der Stadt, vielleicht sogar auf dem Weg Richtung Schule oder Büro. Sie haben mehr Vitamin C als eine Zitrone. Feinherb im Geschmack sind sie auch für Kinder als Mus, Tee oder Saft, zu Desserts und Kuchen eine beliebte Zutat, für Erwachsene das I-Tüpfelchen zu Wild und Pilzen. Ab Juli bereits entwickeln sich an noch blühenden Sträuchern die ersten Früchte. Reif sind sie, wenn sie sich leicht vom Stängel lösen lassen und schon etwas weich sind. Leichter zu pflücken und auch süßer sind Hagebutten nach dem ersten Frost und den ganzen Winter über. Dann entfernt man die kleinen Härchen sowie den Stiel- und Kelchansatz und saugt das Fruchtmus einfach heraus.

Schlehensträucher kann man ebenfalls am Wegrand finden. Und auch ihre ab September reifenden blauen Steinfrüchte sind roh zwar essbar (ohne Stein), wegen des hohen Anteils an Gerbstoffen hinterlassen sie jedoch ein pelziges Gefühl im Mund. Nach dem ersten Frost wird der Geschmack milder. Besonders wertvoll sind die blauen Farbstoffe, die die Zellen vor „Rost“ schützen. Die Früchte werden zu Mus oder Marmelade eingekocht.

Holunderbeeren, die man im September ernten kann, sind roh hingegen ungenießbar, sie müssen auf über 80° C erhitzt werden. Der so gewonnene Holundersaft ist heilsam bei Erkältung und grippalen Infekten. Dank seiner schweißtreibenden Wirkung werden die Erreger sozusagen aus allen Poren hinausgeschwemmt.

Müslizutaten vom Bürgersteig

Am Wegesrand wie auch in Parks, Alleen und Hinterhöfen und vor allem öfter, als man so vermutet, wachsen Nussbäume. Walnüsse oder die Haselnüsse der heimischen Gemeinen Hasel warten auf uns, und hier und da auch Esskastanien. Allesamt sind sie Kraftpakete, randvoll mit Vitaminen und Nährstoffen. Sie sättigen schon in kleinen Mengen, was den hochwertigen Eiweißen und Fetten zu verdanken ist, die auch das Gedächtnis und die Stimmung verbessern. Sie können nahezu jede Speise ergänzen – kleingehackt auf Salaten, Desserts und Suppen, in Plätzchen, Brotaufstrichen, Pestos, als Knabberei zwischendurch und im Müsli natürlich. Auch Bucheckern und Eicheln kann man essen, erstere in kleinen Mengen sogar roh, Eicheln nur gekocht.

Auf in die Wundernahrungsmittel

Eher in Waldgebieten sind ab August Heidelbeeren zu finden. Die Sammelerfolge sieht man den Heimkehrern meist an Mund und Händen an. Die kultivierte, aus Nordamerika stammende Sorte im Supermarkt färbt weniger, ist größer und fester, hat aber auch weniger von den gesunden Farbstoffen. Kinder lieben Heidelbeeren pur oder in Pfannkuchen, als Kompott oder Marmelade zu Hefeklößen, Joghurt, Quark und Eis. Übrigens lassen sich Heidelbeeren flach geschichtet auch gut einfrieren.

So verbreitet wie „in die Heidelbeeren“ zu gehen ist auch das Ritual, Pilze zu sammeln. Allerdings sind dafür nicht nur ein Körbchen, sondern auch ein Messer, Wissen und Aufmerksamkeit mitzubringen. Denn die kleinen Kappenträger verstecken sich unter Moos und Laub und verschmelzen farblich mit ihrer Umgebung. Man muss sich mit dem Wald vertraut machen, ihn wirklich wahrnehmen. So bringt nicht nur das Finden, sondern auch das Suchen für Klein und Groß eine im Alltag kaum mehr zu erlangende Erfahrung: innere Ruhe, Konzentration, sogar meditative Momente. Auch wenn die Kinder die an Mineral- und Ballaststoffen sowie Aminosäuren reichen Sattmacher gar nicht essen mögen, das Sammeln lohnt sich allemal. Wer unerfahren ist, sollte seine „Fundstücke“ unbedingt von einem Pilzberater prüfen lassen, danach kann man getrost auch diese Früchte des Waldes genießen.

Erkunden Sie gemeinsam mit Ihren Kindern die Umgebung – vielleicht trällern Sie sogar das eine oder andere schöne Herbstlied und tragen am Ende eines schönen Ausflugs die Kraft des Sommers in die heimische Küche. Und ganz nebenbei lernen die Kinder, der Natur und ihren Gaben Respekt zu zollen.

Fundorte für Nuss- wie auch Obstbäume in Ihrer Umgebung, deren Früchte man ernten darf, kann man übrigens auf mundraub.org entdecken und auch selbst veröffentlichen.

u.a. mit folgenden Themen:

- Risiko Kinderspeck
- Lese-Rechtschreib-Schwäche
- Plötzlicher Kindstod

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