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Gewichtige Probleme

Die gute Nachricht: Seit dem Schuljahr 2004/05 hat sich in Sachsen der Anteil übergewichtiger Schulanfänger auf etwa fünf Prozent eingepegelt. Dennoch ist das Übergewicht ein Problem, über das viel geredet wird. Eher unbemerkt bleibt die Tatsache, dass es auch einen gewissen Anteil untergewichtiger Schulanfänger gibt. Gesundheitliche Probleme drohen in beiden Gruppen. 

Die Ursachen für Übergewicht liegen auf der Hand: Sobald die Kinder in die Schule kommen, lernen sie stillzusitzen, statt zu toben. Um sich von Frust und Stress des Leistungsdrucks abzulenken, suchen sie Zerstreuung am Computer und beim Fernsehen. Nebenher gibt’s Chips und Limo. Ein Verhalten, das ihnen nicht selten von den Erwachsenen vorgelebt wird. Unbestritten ist, dass ausgiebiges Computerspielen und langes Fernsehen zu Bewegungsmangel und Gewichtszunahme führen. Die Ursachen für das Untergewicht bei Schulkindern sind noch nicht so gut erforscht. Schulischer Stress kann ebenso eine Rolle spielen wie Fehlernährung. Betroffen sind vor allem leistungsorientierte Kinder, insbesondere Mädchen, die außerdem auch oft Opfer verbreiteter Schönheitsideale werden.

GESUNDHEITLICHE RISIKEN

Die gesundheitlichen Risiken von Übergewicht sind bekannt: Bluthochdruck, Diabetes und orthopädische Schäden. Hinzu kommt die psychische Belastung durch Hänseleien. Auch Untergewicht kann psychisch belastend sein. Doch ebenso gefährlich sind körperliche Folgen. Denn wer zu wenig isst, nimmt auch zu wenig von den Nährstoffen auf, die der Körper für seine gesunde Entwicklung braucht. So können beispielsweise die Knochen bei Untergewicht nicht ausreichend mit den notwendigen Mineralstoffen versorgt werden. Auch die Infektanfälligkeit steigt bei Mangelernährung.

NORMALKOST STATT DIÄT

Für untergewichtige wie für übergewichtige Kinder gilt gleichermaßen: Eine normale, ausgewogene Ernährung ist besser als eine Diät, denn Diäten führen leicht zu Essstörungen. Achten Sie lieber auf regelmäßige Mahlzeiten und zwar vor allem im Kreis der Familie. Auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) finden Sie außerdem weitere Tipps, wie Sie zum körperlichen und seelischen Gleichgewicht und damit zum Normalgewicht Ihres Kindes beitragen können. Auch Broschüren findet man dort, entweder zum Download oder zum Bestellen. Sie geben Rat und Orientierung in Fragen von Ernährung, Bewegung und Entspannung auf dem Weg zum guten Gewicht.

Im Vorschulalter ist leichtes Untergewicht in aller Regel durch einen Wachstumsschub bedingt. Das Körpergewicht hält mit dem Längenwachstum nicht sofort Schritt. So lange ihr Kind fit wirkt und sich gut fühlt, müssen Sie sich keine Sorgen machen, wenn Ihr Kind ein schlechter „Futterverwerter“ ist. Bedenklich wird es erst, wenn ein Kind 20 Prozent weniger wiegt als ein durchschnittliches Kind seines Alters. Sie sollten das Kind jedenfalls nicht „aufpäppeln“, denn sonst schlägt das Untergewicht in der Pubertät womöglich in starkes Übergewicht um, weil das Kind ein falsches Ernährungsverhalten gelernt hat.

von Ingrid Exo

Themen im aktuellen Heft sind u.a.:

- Frühchen
- Strategisches Denken
- Tabuthema Tod
- Streitthema Tattoo

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