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Vitamin-D-Tankstelle Sonne

Zu wenig Vitamin D ist vor allem bei älteren Kindern mittlerweile ein Problem. Sie halten sich zu viel in Innenräumen auf und können so die Speicher nicht ausreichend für die dunkle Jahreszeit auffüllen. Schon früher wusste man um den Zusammenhang zwischen Vitamin-D- Mangel und Rachitis, einer Krankheit, bei der die Knochen nicht mehr richtig wachsen können. Heute weiß man, dass Vitamin D im Körper noch bei vielen anderen Prozessen eine Rolle spielt: Es beeinflusst die Zahnbildung, stärkt Muskulatur und Immunsystem, senkt den Blutdruck und schützt möglicherweise sogar vor Krebs.

Vitamin D benötigt der Körper, um Kalzium und Phosphor aufnehmen zu können. Diese Mineralstoffe wiederum sind wichtig für Knochen und Zähne. Schon Säuglinge und Kleinkinder bekommen deshalb vom Kinderarzt eine Portion Vitamin D, mit der sie ausreichend versorgt sind. Problematisch wird es bei älteren Kindern: Ihre Vitaminspeicher sind oft nicht ausreichend gefüllt, wenn sie sich nicht oft genug im Freien aufhalten.

Dabei könnte es so einfach sein:

Ärmel  und  Hosenbeine  hochkrempeln  und raus in die Sonne! Und das Ganze erst mal ohne Sonnencreme, denn die filtert die nötigen UVB-Strahlen heraus. Schon zwanzig Minuten pro Tag reichen, auch bei bedecktem Himmel.

Am besten zwischen 11 und 14 Uhr. Um diese Zeit steht die Sonne auf unserer Nordhalbkugel im günstigsten Winkel zur Erde, um das kleine Kraftwerk anzukurbeln, das in unserem Körper die Vitamin-D-Produktion aktiviert. Die Sonnenstrahlen enthalten natürlich kein Vitamin D, unser Körper aber braucht sie, um selbst aktiv zu werden. Die Nahrung liefert die Vorstufen Vitamin D2 (bei pflanzlichen Produkten wie Pilzen) und D3 (bei Lebensmitteln tierischer Herkunft wie Butter oder Lebertran). Diese Vorstufen wandelt der Körper mithilfe des Sonnenlichts in Vitamin D um, den lebensnotwendigen Stoff, der unter anderem hilft, die Knochen geschmeidig zu halten.

 Auf das Wo und Wie kommt es an

Vitamin D wird im Knochen eingelagert. Im Knochengewebe werden kleinste Bruchstellen erzeugt, in denen sich das Vitamin D festsetzen kann. Wie aber erzeugt man solche Bruchstellen? Durch Bewegung! Das bedeutet, die zwanzig Minuten Sonne sollte man möglichst nicht im Liegestuhl erhaschen, sondern beim Klettern, Rumtoben oder Ballspielen. Nur dann kann der Körper das Vitamin entsprechend einlagern.

Vitamin D ist ein Hormon

Und weil der Körper das Vitamin D selbst herstellt, ist es streng genommen gar kein Vitamin, sondern ein Hormon. Hormone nämlich werden im Körper selbst gebildet, Vitamine werden über die Nahrung zugeführt. Im Winter lässt sich der Vitamin-D-Haushalt auch gut über die Nahrung stabil halten. Es gibt zwar nicht viele Lebensmittel, die Vitamin D enthalten, doch wer im Winter öfter mal zu fettem Fisch und Lebertran greift, hält seinen Vitamin-D-Speicher gut gefüllt. Zwar müsste man täglich 400 Gramm fetten Fisch essen, um die gleiche Wirkung zu erzielen wie durch zwanzig Minuten Sonnenbestrahlung. Doch die gute Nachricht lautet: Vitamin D wird tatsächlich im Körper gespeichert. Wer auch zum Herbst hin die Sonne nutzt, um seine Speicher richtig aufzutanken, kommt mit ein paar Vitamin-D- reichen Lebensmitteln gut über den Winter.

von Claudia Hempel

 

 

 

Themen im aktuellen Heft sind u.a.:

- Vorsicht vor Fremden im Netz!
- Physik-WM in Peking
- Neurofeedback

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