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Paukenröhrchen – wie sinnvoll ist die Ohrbelüftung?

Mit dem Otoskop kann der Arzt einen Paukenerguss feststellen.

Eine Mode-OP oder tatsächlich notwendig?

Sie sind winzig, gerade einmal so groß wie ein Stecknadelkopf, und doch leisten sie aus Sicht von Hals-Nasen-Ohren-Ärzten Großes: die Paukenröhrchen.

Sie kommen zum Einsatz, wenn sich in der Paukenhöhle im Mittelohr – beispielsweise nach einer Infektion – Flüssigkeit angesammelt hat. Durch das kleine Röhrchen kann sie abfließen. Auch wenn das Mittelohr nicht ordentlich belüftet wird, kann das Paukenröhrchen Abhilfe schaffen, sagt Dr. Dina Nennemann, HNO-Ärztin in Leipzig.

Der Eingriff, meist kombiniert mit der Entfernung oder Verkleinerung der Rachenmandeln, gilt als absolut harmlos. Es wird ein kleiner Schnitt ins Trommelfell gemacht und das Röhrchen eingesetzt. Das Risiko ist minimal, der Nutzen groß, meint Professor Gero Strauss vom Kopfzentrum Leipzig. Denn durch Flüssigkeit und verringerte Belüftung im Ohr hören die Kinder schlechter. Das kann sich nachteilig auf das Sprechenlernen auswirken. Ein weiterer Vorteil der Paukenröhrchen ist zudem, dass sie von allein wieder herauswachsen.

Trotzdem – da sind sich beide Experten sicher – wird kein Arzt sofort zum Paukenröhrchen greifen. Zunächst setzt man auf konservative Maßnahmen und Geduld, unter Umständen auch auf homöopathische Mittel. Erst wenn keine Besserung eintritt, kommt das Einsetzen eines Paukenröhrchens in Betracht.

von Barbara Legner-Meesmann

Themen im aktuellen Heft sind u.a.:

- Frühchen
- Strategisches Denken
- Tabuthema Tod
- Streitthema Tattoo

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