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Die "neuen" Kinderkrankheiten

Die klassischen Krankheiten wie Mumps, Masern, Röteln sind seit Jahren auf dem Rückzug. Dafür leiden die Kinder heutzutage mehr unter Fettleibigkeit, Diabetes und Allergien.

Die gute Nachricht vorweg: Die Kinder sind heute nicht kränker als früher. Vielmehr sind die Krankheiten mit lebensbedrohlichen Infektionen dank der jahrzehntelangen Impfprogramme stark zurückgegangen, lautet die positive Bilanz, die Prof. Dr. Roland Pfäffle von der Leipziger Uni-Kinderklinik zieht. Doch sind die Kinder auch nicht gesünder, andere Erkrankungen sind stärker in den Vordergrund getreten. Die Krankheitsbilder, die den Medizinern heute Sorgen bereiten, sind also im Grunde nicht neu, sie häufen sich aber. Obenan steht die Fettleibigkeit und im Zusammenhang damit Diabetes sowie Bewegungsschwierigkeiten. Die Zahl der betroffenen Kinder mit diesen Symptomen ist in den 90er-Jahren und den frühen 2000er-Jahren stark gestiegen. Auch Allergien sind in den letzten zwanzig Jahren auf dem Vormarsch. Doch einen Lichtblick gibt es auch bei diesen „neuen“ Kinderkrankheiten: In den letzten Jahren stieg ihre Zahl nicht weiter an, sie stagniert auf hohem Niveau, sagt Professor Pfäffle. Auch ein anderes Krankheitsbild ist seiner Ansicht nach weit weniger verbreitet als allgemein angenommen: AD(H)S. Die Zahl der Kinder mit Aufmerksamkeitsdefizit (ADS), das in Kombination mit einer Hyperaktivitätsstörung (ADHS) auftreten kann, habe in den vergangenen Jahren nur leicht zugenommen.

 von Barbara Legner-Meesmann

Themen im aktuellen Heft sind u.a.:

- Frühchen
- Strategisches Denken
- Tabuthema Tod
- Streitthema Tattoo

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