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Wildbienenhotel

Seit einigen Jahren ist klar: Die Bienen sind bedroht. Immer weniger gibt es von ihrer Art. Jedoch gibt es eine Möglichkeit, ihnen zu helfen. Macht mit und baut ein Heim für die fleißigen Insekten! von Dr. Anne-Kathrin Habermann

Viele Bienenvölker haben die Varroamilbe. So wie ihr die Masern kriegen könnt, wenn ihr nicht geimpft seid, bekommen die Bienen Milben. Das sind winzig kleine Tierchen, die sich auf den Bienen und ihrer Brut festsaugen und die Bienen sogar töten können. Na ja, werdet ihr sagen, was geht mich das an? Ich finde es eigentlich ganz gut, wenn nicht so viele Bienen umherfliegen. Da werde ich seltener gestochen. Okay, aber ohne Bienen werden auch viele Pflanzen nicht bestäubt. Dann wachsen keine Kirschen, Äpfel, Pflaumen… Wäre das nicht traurig? Und gar kein richtiger Sommer?

Bienen sind fleissig

Eine einzige Biene kann am Tag 5.000 Blüten bestäuben! Bis zu 50.000 Honigbienen leben in einem Volk zusammen. Im Laufe eines Sommers sammeln sie etwa dreißig Pfund, also fünfzehn Kilo, Honig. Das sind ungefähr dreißig Gläser. Um ein Pfund Honig zu sammeln, müssen die Bienen zusammen acht Millionen Blüten besuchen. Dabei legen sie einen Weg zurück, der einer dreimaligen Erdumkreisung entspricht! Die Honigbienen stammen ursprünglich aus Südostasien, dort ist es warm und sonnig. Auch bei uns brauchen die Bienen Wärme und Sonne zum Fliegen. Es gibt aber auch die einheimischen Wildbienen, die robuster sind und schon ab März – also auch bei Kälte und bedecktem Himmel– bestäuben. Diese Wildbienen sind für den Obstanbau sehr wichtig, denn die meisten Obstsorten blühen schon zeitig im Frühjahr. Diese Wildbienen haben es heutzutage schwer. Sie finden in unserer industrialisierten Welt nicht genügend Wohnstätten und Nistgelegenheiten. Diese Bienen leben nicht als Volk zusammen in einem Bienenstock, sondern einzeln in Löchern in totem Holz, in Trockenhalmen oder in Reisighaufen. All diese Dinge werden von uns Menschen aber gern „aufgeräumt“. Ihr könnt den Wildbienen helfen, indem ihr ihnen ein Bienenhotel baut.

DAZU BRAUCHT IHR:
• eine alte Zigarrenkiste oder Ähnliches
• alte markhaltige Holzstängel (z. B. Holunderstängel, Brombeeräste, Bambusstäbe…)
• eine Gartenschere
• Bindedraht

UND SO GEHT’S:
Schneidet mit der Gartenschere (Vorsicht, Finger!) die alten Holzstängel alle auf die gleiche Länge – sodass sie hochkant in eure Kiste passen. Es ist wichtig, altes Holz zu nehmen, weil Insekten frisches Holz nicht mögen. Bei frischem Holz müsst ihr länger auf die ersten Bewohner eures Häuschens warten. Wenn ihr die Holzstängel richtig dicht packt, halten sie ohne Hilfsmittel. Mit dem Bindedraht bastelt ihr eine Aufhängung für das Haus. Dann sucht ihr einen geschützten, sonnigen Platz zum Aufhängen. Achtet darauf, dass die Flugbahn der Insekten frei bleibt und dass es in der Umgebung blühende Pflanzen gibt.

Keine Angst vor Bienenstichen

Falls euch eure Bienen doch mal zu nahe kommen: keine Panik! Keine Biene greift einen Menschen grundlos an. Bleibt ruhig, macht keine hektischen Bewegungen. „Schiebt“ die Biene ganz langsam mit der Handfläche fort, wenn sie euch ins Gesicht fliegen will. Lasst das Nest in Ruhe und das ganze Jahr an der gleichen Stelle hängen.Wenn ihr doch mal gestochen werdet: Zwiebeln helfen. Einfach eine Zwiebel halbieren und die Schnittfläche auf den Stich pressen. Der Zwiebelsaft desinfiziert und macht das Bienengift unwirksam. Viel Spaß beim Insekten-Beobachten! Und denkt beim Obstessen an die fleißigen Helfer!

Themen im aktuellen Heft sind u.a.:

- Arznei für die Kleinen
- Der "Smombie" geht um
- Heilkraft aus der Küche - Hausmittel

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