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Pflanzenfarben

Was macht ihr in eurer Freizeit? Habt ihr ein Hobby? Mein Lieblingshobby ist Malen. Wenn ich mir Farben kaufe, staune ich immer, wie viele verschiedene Farbtöne es gibt. Warmes Sonnenblumengelb, Zitronengelb, aber auch kaltes Kadmiumgelb. Mohnrot, Feuerrot, Rosenrot, Karmin, Krapp, Kadmiumrot, Chinacridon. Meerblau, Himmelblau, Veilchenblau, Dunkelblau, Ultramarin, Preußisch Blau, Phthaloblau …
Von Apothekerin Dr. Anne-Kathrin Habermann

Im Garten findet man ähnliche Vielfalt an Farben in Blüten und Früchten. Früher haben die Maler für ihre Farben Naturmaterialien verwendet. Seit etwa 200 Jahren kann man Farben auch chemisch herstellen. Die komischen Namen wie Phthaloblau verraten die chemische Herkunft. Die Pflanzenfarben sind heute ein wenig in Vergessenheit geraten. Wollen wir versuchen, Farben wie früher aus Pflanzen herzustellen?


Gut färbende Pflanzen enthalten viel Farbstoff. Ich denke da an Rote Bete, Spinat, die grüne Schale von Walnüssen, Johannisbeeren, Kirschen … Falls im Garten gerade nicht so viel wächst, kann man auch Spinat oder Beeren aus dem Tiefkühlschrank verwenden.
Ich habe mir heute orange-gelb blühende Ringelblumen ausgesucht und Mangoldblätter in grün-rot.

Du brauchst:

Farbige Blüten, Früchte, Blätter
Wasser
kleine Kochtöpfe
Schere

Pürierstab
Papiertaschentücher oder Haushaltskrepp
Sieb
Gläser oder Untertassen

So geht es:

Zuerst zupfe ich von ca. 20 Blüten die orangen Blütenblätter ab und schneide sie mit der Schere noch kleiner. Ich sammle die Schnipsel in einem kleinen Topf, gebe ein wenig Wasser hinzu, püriere alles und lasse es auf dem Herd für 15 Minuten köcheln. Dabei löst sich die gelbe Farbe im Wasser.
In der Zwischenzeit schneide ich die Mangoldblätter mit der Schere in kleine Streifen. Ich gebe sie in einen neuen Topf und etwas Wasser hinzu. Ich püriere und köchele sie ebenso 15 Minuten lang. Die Lösung wird grünlich.

Ich lasse die Töpfe abkühlen und filtriere den Inhalt der Töpfe jeweils einzeln durch das Sieb über Haushaltskrepp. Nun habe ich zwei Farbstofflösungen: eine gelbe und eine grüne.

Meine grüne Lösung ist nur sehr zart grün. Ich erhitze sie nochmals kurz im Topf. Dabei dampft noch ein bisschen Wasser ab und die Farbe wird intensiver. Ich lasse den Topf auch wieder abkühlen und
suche in der Zwischenzeit Pinsel und Papier. Aquarellpapier macht sich besonders gut, weil es Feuchtigkeit gut aufnimmt, ohne sich zu wellen. Die Farblösungen gebe ich auf Untertassen. Los geht’s!

Viel Spaß beim Malen wünscht euch Anne-Kathrin

Themen im aktuellen Heft sind u.a.:

- Wohin mit der Wut?
- Helfende Pfötchen
- Naturerlebnis Wildcamps

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