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Papier

Im Schaufenster entdeckte ich das Buch mit dem dunkelroten Einband und musste es einfach kaufen. Auf dem Heimweg freute ich mich schon darauf, mit den Fingern die Seiten entlang zu streichen und den Geruch des druckfrischen Papiers einzuatmen. Ich konnte es gar nicht erwarten, in die Geschichte einzutauchen und alles andere um mich herum zu vergessen. von Dr. Anne-Kathrin Habermann

Das Lesevergnügen hat für mich mit Papier zu tun: mit glattem und rauem, vergilbtem und weißem, nach frischer Druckerschwärze duftendem oder vom Staub vergangener Tage bedecktem Papier. Wer das Papier erfunden hat, kann keiner sagen. Die ältesten Aufzeichnungen finden sich in China, sie sind etwa 2.200 Jahre alt und stammen vom chinesischen Kaiserhof. Die Chinesen verwendeten Papier zum Schreiben und als Wandbedeckung - eine Art Tapete. Wenig später gab es in China schon Papiertaschentücher und Toilettenpapier.

In anderen Teilen der Welt war man ebenso erfinderisch. Das Wort Papier ist verwandt mit Papyrus. Darauf wurde in der Antike rund ums Mittelmeer geschrieben. In Ägypten wird Papyrus seit 5.000 Jahren verwendet. Man stellt es aus einer bestimmten Schilfart vom Nil her, indem die Stängel flach geschlagen und über Kreuz gelegt gepresst werden.

In China verwendete man Baumrinde, Bast und Hanf. Heute setzt man bei uns schnell wachsende Hölzer oder Altpapier ein.


Habt Ihr Lust, Papier einmal selber zu machen?

Das Pflanzenmaterial muss zuerst zerkleinert werden. Das geht zu Hause natürlich besser mit Altpapier als mit Holzstämmen. Deshalb benutzen wir altes Zeitungspapier als Ausgangsmaterial.

Ihr braucht:

❖ Zeitungspapier

❖ Schöpfrahmen (kann auch ein viereckiges Stück aus stabilem Fliegengitter vom Baumarkt sein)

❖ Geschirrtücher

❖ Schüsseln (Rühr- und Waschschüssel)

❖ Pürierstab (bitte vorher um Erlaubnis fragen)

❖ Kochlöffel

❖ Blütenblätter, Glitzer, Konfetti oder Ähnliches, falls ihr euer Papier verzieren wollt

So geht es:

❖ Zunächst müsst ihr reichlich Zeitungspapier in sehr kleine Schnipsel reißen und in eine große Schüssel werfen. ❖ Dann schüttet ihr heißes Wasser darüber und lasst das Ganze vierundzwanzig Stunden einweichen. Das Papier sollte mit Wasser bedeckt sein.  ❖ In der Zwischenzeit könnt ihr - wenn ihr keinen Schöpfrahmen habt - aus stabilem Fliegengitter einen ausschneiden. Euer Schöpfrahmen muss in die Waschschüssel passen. Seine Größe bestimmt die Größe eures selbst gemachten Papiers.  ❖ Wenn euer Papier vierundzwanzig Stunden eingeweicht war, könnt ihr es mit dem Pürierstab zerkleinern. Dadurch wird aus den Schnipseln ein Brei. Diesen nennt man Pulpe. Die gebt ihr nun in eure Waschschüssel. Dann schüttet ihr noch die doppelte Menge warmes Wasser dazu und rührt mit dem Kochlöffel gründlich um.  ❖ Jetzt braucht ihr den Schöpfrahmen. Ihr stellt ihn senkrecht in die Waschschüssel, dreht ihn ein bisschen und zieht ihn waagerecht durch die Pulpe. Dabei bleibt der Papierbrei auf dem Gitter hängen. Ihr hebt den Rahmen wie ein Tablett waagerecht nach oben und lasst ihn abtropfen.  ❖ Nun breitet ihr das Geschirrtuch aus und haltet den Rahmen darüber, dreht das Gitter nach unten und drückt den Brei auf das Tuch. Da bleibt er kleben und kann nun mit Konfetti, Blüten oder Ähnlichem verziert werden.  ❖ Anschließend hängt ihr das Geschirrtuch mit dem Brei für etwa 12 Stunden auf die Wäscheleine zum Trocknen. Nach dem Trocknen lässt sich das Papier leicht vom Tuch abziehen.

Ihr könnt jetzt Glückwunschkarten daraus machen. Oder es rahmen und das Kunstwerk an die Wand hängen.

 

Wenn Ihr lieber einen schönen Halsschmuck möchtet, habe ich noch eine andere Idee: Aus alten Magazinen mit bunten Bildern lassen sich hübsche Papierperlen machen.

 

Ihr braucht:

❖ ein altes Magazin

❖ Schere

❖ Klebestift

❖ Nagellack klar

❖ Zahnstocher oder Holzspieß

So geht es:

Mit der Schere schneidet ihr lange, spitz zulaufende Streifen aus bunten Seiten des alten Magazins. Nehmt den Zahnstocher und dreht den Papierstreifen - mit der breiten Seite beginnend - eng um den Zahnstocher herum. Klebt die kleine Spitze mit dem Klebestift fest, so dass die Perle sich nicht wieder aufwickeln kann. Lackiere die Perle mit Nagellack und lass sie trocknen. Nun kann man die Perle vorsichtig vom Hölzchen abziehen und auffädeln.

Viel Spaß!

Themen im aktuellen Heft sind u.a.:

- Frühchen
- Strategisches Denken
- Tabuthema Tod
- Streitthema Tattoo

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