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Leseclub als Wohlfühlort - Wie man Kinder zu den Büchern lockt

Leseclubs sind ein Angebot der außerschulischen Leseförderung, das sich an Kinder der Altersgruppe von 6 bis 12 Jahren richtet. Die Stiftung Lesen unterstützt solche Leseclubs mit Büchern, Medien und Mobiliar, auch Tablets werden zur Verfügung gestellt. Gerade bisher bildungsbenachteiligte Kinder und Jugendliche sollen gefördert werden. Daher wird auch die Weiterbildung der ehrenamtlichen Betreuer finanziert. von Ingrid Exo

 

In gemütlicher Atmosphäre gemeinsam zu lesen macht den Kindern sehr viel mehr Spaß als das Lesen in der Schule und mehr Lust auf Bücher, stellen viele Leseclub-Betreuer fest. Leseclubs sind offenbar Wohlfühlorte für Leseerlebnisse in der Gruppe. Und für manches Kind vielleicht auch der erste Ort, an dem es mit Büchern in Berührung kommt. In Sachsen gibt es fünfzehn von bundesweit mehreren Hundert Leseclubs, die von der Stiftung Lesen im Rahmen des Förderprogramms „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unterstützt werden. Im Chemnitzer Kinder- und Jugendhaus Solaris-Treff freut man sich vor allem, mit den Büchern die Leseecke im Kreativraum ausstatten zu können, berichtet Denny Russo, der Leiter des Jugendhauses. So führt beispielsweise der Weg über das gemeinsame Basteln anschließend zum Betrachten eines Bastelbuches.
Ist das Wetter schön und die Lust aufs Lesen mal nicht so groß, geht man eben erst mal raus, baut vielleicht im nahegelegenen Wald eine Räuberhöhle und liest dann im Anschluss die Geschichte vom
Räuber Hotzenplotz oder andere Räuberpistolen. Gerade für die Leseanimation von Jungen ist der scheinbare Umweg über sportliche und kooperative Aufgaben günstig. Die Kombination von eigenem
Tun und Lesen beziehungsweise Vorlesen ist ein Konzept, das sich bewährt hat. Es hat sich nämlich als günstig erwiesen, die Kinder behutsam an das Buch heranzuführen. Man kann schon fast sagen, sie hinzulocken.

Geduld zahlt sich aus

Man braucht Geduld und Beharrlichkeit, um Kinder, denen Bücher bisher fremd waren, fürs Lesen zu begeistern. Im Chemnitzer Solaris-Treff wird der Leseclub an drei Nachmittagen angeboten, es gibt ihn dort seit drei Jahren. Zwei Lesepatinnen kümmern sich um die Kinder, die zwischen 8 und 11 Jahre alt sind. Hilfreich ist es, die Kinder dort abzuholen, wo ihre Interessen bereits liegen. „Es ist ein harter Kampf, die Generation, die jetzt mit Elektronik aufwächst, noch fürs Buch zu interessieren“, seufzt Russo. Digitalisierte Bilderbücher mit Animationen und interaktiven Elementen sind deshalb ein weiterer Türöffner, mit der sich die Welt des klassischen Buchs erschließen lässt.

 

Interkulturelles Miteinander

Auch die Integration und sprachliche Förderung von Migranten hat einen besonderen Stellenwert. Hier sind zweisprachige Bücher oder Bildwörterbücher, die die Stiftung Lesen bereitstellt, eine Hilfe. Entscheidend ist aber auch hier das Miteinander der Kinder, das gemeinsame Erleben und Tun. Das motiviert und treibt an. Und verbessert die sprachliche Kompetenz merklich, egal, ob Deutsch die Fremdsprache oder die Muttersprache ist. „Das ist natürlich schon ein Erfolg, wenn Eltern, die gesagt haben, mein Kind interessiert sich nicht für Bücher, in der 1.,2. Klasse dann feststellen, das bringt was, mein Kind ist besser im Lesen“, sagt auch Denny Russo stolz. Die Leseclubs leben nicht zuletzt von der Vielfalt der Angebote und der Kreativität der Betreuer. Neben der Weiterbildung ist daher auch der ständige Austausch der ehrenamtlich Engagierten von Bedeutung. So wird der Leseclub auch für sie zu einer echten Bereicherung.

Themen im aktuellen Heft sind u.a.:

- Arznei für die Kleinen
- Der "Smombie" geht um
- Heilkraft aus der Küche - Hausmittel

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