Sie sind hier:

Hauptsache selbstgemacht! Die Rückkehr der Handarbeit

Es ist unübersehbar. Armbänder aus Loom Bands, selbstgenähte Kinderkleidung, selbstgehäkelte Mützen und selbstgestrickte Schals, Wolle sogar im Discounter-Markt: Handarbeiten sind total „in“. Nebenbei sorgt die Maschenware auch für die Vernetzung neuronaler Zellen.

Kreativität ist also gut fürs Hirn. Fingerfertigkeit und Konzentrationsvermögen fördern die Handarbeiten außerdem. Bei Erwachsenen sind sie gut fürs Gedächtnis und gut gegen Stress. Damit nicht genug: Das befriedigende Gefühl, mit eigenen Händen etwas geschaffen zu haben, stärkt das Selbstbewusstsein, beruhigt und mindert Ängste.

Diese positiven Auswirkungen, konnten kanadische Wissenschaftler vor einigen Jahren feststellen, haben Handarbeiten sogar auf Magersüchtige. Doch der Trend hat längst die breite Bevölkerung erfasst. Das macht sich auch in unseren Städten bemerkbar. Mitten auf der Leipziger Karl-Liebknecht-Straße etwa, der Szenemeile im Süden der Stadt, gibt es seit August 2014 ein riesiges Kreativ- und Strick-Café. Dort werden auch Stoffe, Wolle und selbstgenähte oder bestickte Unikate verkauft. Die drei Betreiberinnen bieten im Wechsel Näh- und Strickkurse an und können die Nachfrage kaum befriedigen. Auch die Kinder-Ergo-Therapeutin Susann Sänger setzt auf die positiven Effekte der manuellen Tätigkeiten. Sie töpfert mit ihren kleinen Patienten, macht mit ihnen Holzarbeiten oder lässt sie kleine Körbe flechten. Im März will die Therapeutin in Dresden ihre eigene Praxis eröffnen. Über die Ergebnisse kann sich bestimmt die ganze Familie freuen. 

 

von Barbara Legner-Meesmann

Themen im aktuellen Heft sind u.a.:

- Arznei für die Kleinen
- Der "Smombie" geht um
- Heilkraft aus der Küche - Hausmittel

Was meinen Sie?